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===== Wichtige Belehrungen ===== ===== Wichtige Belehrungen =====
-Die Belehrung ist eine wichtige Absicherung für den Gruppenleiter. Wie im Abschnitt [[4. rechtslage|Rechtslage]] erwähnt, muss die Belehrung alle Gefahren der Unterkunft und des Geländes aufzeigen, z.B. schwer gehende Türen oder Zeltschnüre, über die man stolpern kann. Ist ein Kind belehrt worden, hat der Gruppenleiter schon ein gutes Stück seiner Aufsichtspflicht erfüllt. Allerdings muss er das Einhalten der Belehrung überprüfen und auch neu erkannte Gefahren "nach-Belehren".+Die Belehrung ist eine wichtige Absicherung für den Gruppenleiter. Wie im Abschnitt [[4. rechtslage|Rechtslage]] erwähnt, muss die Belehrung alle Gefahren der Unterkunft und des Geländes aufzeigen, z.B. schwer gehende Türen oder Zeltschnüre, über die man stolpern kann. Ist ein Kind belehrt worden, hat der Gruppenleiter schon ein gutes Stück seiner Aufsichtspflicht erfüllt. Allerdings muss er das Einhalten der Belehrung überprüfen und auch neu erkannte Gefahren „nach-Belehren".
Es hat sich als ausgesprochen praktikabel erwiesen, die Belehrungen nicht an einem Stück durchzuführen, erfahrungsgemäß geht davon 2/3 auf dem Weg zu den Kindern verloren. Außerdem macht es sehr wenig Sinn, am ersten Tag über Baden, Straßenverkehr und Wald zu belehren, wenn diese Ereignisse erst in 3 Tagen stattfinden. Es hat sich als ausgesprochen praktikabel erwiesen, die Belehrungen nicht an einem Stück durchzuführen, erfahrungsgemäß geht davon 2/3 auf dem Weg zu den Kindern verloren. Außerdem macht es sehr wenig Sinn, am ersten Tag über Baden, Straßenverkehr und Wald zu belehren, wenn diese Ereignisse erst in 3 Tagen stattfinden.
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  * Baden nur an Badestelle   * Baden nur an Badestelle
  * Nur, wenn ............................ (Name Rettungsschwimmer) anwesend   * Nur, wenn ............................ (Name Rettungsschwimmer) anwesend
-  * Nicht "toter Mann" spielen+  * Nicht „toter Mann" spielen
  * Nur in geschlossener Gruppe baden, und wenn GruLei zustimmt   * Nur in geschlossener Gruppe baden, und wenn GruLei zustimmt
  * Ab- und Anmelden nicht vergessen   * Ab- und Anmelden nicht vergessen
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Manchmal überkommt die Gruppenleiter während eines Ferienlagers eine gewissen Ideenlosigkeit. Dies ist besonders schlimm, wenn eine Aktion geplant werden muss, für die viele Ideen notwendig sind. Oder aber man möchte gern einmal etwas anders oder Neues machen, und weiß nicht so richtig wie. Und, natürlich gibt es auch immer wieder Gruppenleiter, die nicht gerade vor Kreativität strotzen oder die sich nicht recht trauen, ihre Ideen zu äußern.\\ Manchmal überkommt die Gruppenleiter während eines Ferienlagers eine gewissen Ideenlosigkeit. Dies ist besonders schlimm, wenn eine Aktion geplant werden muss, für die viele Ideen notwendig sind. Oder aber man möchte gern einmal etwas anders oder Neues machen, und weiß nicht so richtig wie. Und, natürlich gibt es auch immer wieder Gruppenleiter, die nicht gerade vor Kreativität strotzen oder die sich nicht recht trauen, ihre Ideen zu äußern.\\
-In solchen Fällen können die hier beschriebenen Methoden verwendet werden. Man muss sich dafür in einer Pause (mittags oder abends) ein bisschen Zeit nehmen (meist ca. eine Stunde) und erhält meist gute, innovative und oft auch durchdachte Lösungen oder Vorschläge. Außerdem ermöglichen und "erzwingen" die Methoden die Teilnahme jedes Teammitgliedes.+In solchen Fällen können die hier beschriebenen Methoden verwendet werden. Man muss sich dafür in einer Pause (mittags oder abends) ein bisschen Zeit nehmen (meist ca. eine Stunde) und erhält meist gute, innovative und oft auch durchdachte Lösungen oder Vorschläge. Außerdem ermöglichen und „erzwingen" die Methoden die Teilnahme jedes Teammitgliedes.
Mehr Methoden gibt es bei [[http://www.juleiqua.de|institut juleiqua-Institut für Jugendleiter und Qualifikation]] Mehr Methoden gibt es bei [[http://www.juleiqua.de|institut juleiqua-Institut für Jugendleiter und Qualifikation]]
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==== Brainstorming ==== ==== Brainstorming ====
-Methode zum Sammeln von Ideen, die auch unübliche und neue Ideen erzeugen kann. Dabei werden letztlich nur konsensfähige Ideen ausgewählt. So sind keine langen Diskussion notwendig.+Methode zum Sammeln von Ideen, die auch unübliche und neue Ideen erzeugen kann. Dabei werden letztlich nur konsensfähige Ideen ausgewählt. So sind keine langen Diskussion notwendig.
 +Verlauf: Die Gruppe sitzt im Kreis. Jeder ist mit ausreichend Zetteln (sinnvoll sind gedrittelte A4-Blätter) und Stift ausgestattet.
-Verlauf: Die Gruppe sitzt im Kreis. Jeder ist mit ausreichend Zetteln und Stift ausgestattet.+1.) Ziel festlegen: Das Thema, zu dem Ideen gesucht werden, wird genannt – für jeden verständlich. Es empfielt sich, das Ziel auf ein A4-Blatt zu schreiben und für alle sichtbar aufzuhängen. Das Ziel sollte nicht zu sehr einschränken, aber auch ein Ziel sein.
-1.) Ziel festlegen: Das Thema, zu dem Ideen gesucht werden, wird genannt – für jeden verständlich. Zeit: 5 min+Zeit: 5 min
2.) Ideen sammeln: Jeder, dem eine Idee einfällt, notiert diese auf einer Karte, spricht die Idee laut aus und wirft die Karte in die Mitte. 2.) Ideen sammeln: Jeder, dem eine Idee einfällt, notiert diese auf einer Karte, spricht die Idee laut aus und wirft die Karte in die Mitte.
-Es ist wichtig, dass ALLES, was einem an Gedanken zum Thema einfällt, notiert wird, ob unsinnig oder nicht! ALLES wird notiert und NICHTS wird bewertet. (Nur lachen ist erlaubt, keine anderen Gespräche oder Abschweifen vom Thema!) Wichtig ist, dass die Zeit eingehalten wird, da die wirklich unkonventionellen Ideen meist erst nach einer gewissen Tiefenphase, am Ende der Zeit kommen. Zeit: 20 min+Es ist wichtig, dass ALLES, was einem an Gedanken zum Thema einfällt, notiert wird, ob unsinnig oder nicht! ALLES wird notiert und NICHTS wird bewertet. (Nur lachen ist erlaubt, keine anderen Gespräche oder Abschweifen vom Thema!) Wichtig ist, dass die Zeit eingehalten wird, da die wirklich unkonventionellen Ideen meist erst nach einer gewissen Tiefenphase, am Ende der Zeit kommen.
 +
 +Zeit: 20 min
3.) Ideen bewerten: Die Sammlung wird sortiert nach 3.) Ideen bewerten: Die Sammlung wird sortiert nach
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Zeit: 10 min Zeit: 10 min
-Material: Genügend Zettel und Stifte+Um diese 10 Minuten einzuhalten, muss man auch hier auf Diskussionen verzichten. Einfache Handzeichen bei Zustimmung reichen aus und verkürzen den Vorgang erheblich.
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 +**Vorteile**: Diese Methode macht viel Spaß und erzeugt viele Ergebnisse, die auch von den Gruppenleitern getragen werden. Alle Gruppenleiter bekommen gleichermaßen die Chance, ihre Ideen einzubringen und Seitengespräche werden vollständig unterbunden. Die Effektivität ist sehr hoch. Ein Versuch lohnt sich auf jeden Fall.
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 +**Nachteile**: Das Brainstorming kann üblicherweise nur einmal in einem Lager angewendet werden, sonst verliert sich der Spaß und damit der Sinn. Es eignet sich prinzipbedingt eher für Programmpunkte, bei denen viele Ergebnisse zu einem Thema benötigt werden, etwa Aufgaben eines Geländespiels. Für komplexere Ziele, wie die Schaffung eines neuen Spieles, eignet es sich nicht.
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 +**Probleme**: Oftmals denken (besonders erfahrenere) Gruppenleiter, dass Programmpunkte schneller vorbereitet sind, wenn man sich nicht auf solche Methoden mit konkreter Zeitvorgabe stützt. Allerdings sind aus der Erfahrung heraus die Ergebnisse besser und durch die Einbeziehung aller Gruppenleiter die Zufriedenheit im Team größer. Hier bedarf es einer guten Überzeugungskraft für die Teamleiter.
Frei nach [[http://www.juleiqua.de|Institut für Jugendleiter & Qualifikation – institut juleiqua]], 2005 Frei nach [[http://www.juleiqua.de|Institut für Jugendleiter & Qualifikation – institut juleiqua]], 2005
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Allgemein ist das Ziel dieser Methode, dass die Gruppenmitglieder beginnen sich mit einem neuen Thema auseinander zu setzen. Ergänzend kann man Bedingungen zu den Worten aufstellen. Z.B. kann man nur positive Worte verlangen, oder auch ganze Aussagen o.ä. Allgemein ist das Ziel dieser Methode, dass die Gruppenmitglieder beginnen sich mit einem neuen Thema auseinander zu setzen. Ergänzend kann man Bedingungen zu den Worten aufstellen. Z.B. kann man nur positive Worte verlangen, oder auch ganze Aussagen o.ä.
 +
 +==== Moderationsmethode ====
 +
 +Ablauf:
 +  - Sammeln verschiedener Themen / Beschäftigungsmöglichkeiten an einer Pinnwand o.ä.
 +  - Rangfolge mittels Klebepunkten festlegen (jeder erhält halb so viele Klebepunkte wie Themen vorgeschlagen wurden, darf nicht mehr als 2 Klebepunkte bei einem Thema verwenden)
 +  - In Kleingruppen werden einzelne Freizeitmöglichkeiten bearbeitet / vorbereitet (konkrete Umsetzung, Welche Probleme kann es bei der Umsetzung geben?)
 +  - Jedes Thema wird noch mal kurz im Plenum besprochen
 +  - Tätigkeitskatalog gemeinsam aufstellen
 +
 +Vorteile:
 +  * Methode ist ergebnisorientiert
 +  * Am Ende stehen Arbeitsaufträge
 +  * Effizienz
 +  * Ideen werden in konkrete Aufgaben umgewandelt
 +  * Man kommt nicht vom Thema ab
 +  * Jeder ist beteiligt
 +  * Mehrere Themen können gleichzeitig bearbeitet werden
 +  * Visualisierung & Dokumentation
 +
 +Nachteil:
 +  * Sehr zeitaufwändig
 +
 +
 +Themensammlung:
 +
 +^ Nr. ^ Thema/Beschäftigung ^ Klebepunkte ^ Rangfolge |
 +| 1 |  |  | 2 |
 +| 2 |  |  | 1 |
 +| 3 |  |  | 3 |
 +
 +Tätigkeitskatalog:
 +
 +^ Nr. ^ Tätigkeit ^ Wer ^ Mit wem ^ Bis wann ^ Bemerkungen |
 +| 1 | ................... |  |  |  |  |
 +| 2 | ................... |  |  |  |  |
 +| 3 | ................... |  |  |  |  |
===== Feedback-Methoden ===== ===== Feedback-Methoden =====
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==== Blitzlicht ==== ==== Blitzlicht ====
-Der "Moderator" gibt einen Satzanfang vor. Wie "mir hat heute gefallen, dass..." oder "Mich hat heute gestört, dass..." oder "Mir war heute besonders wichtig..." Jeder vervollständigt diesen Satz und teil so seine Stimmung in ein bis zwei kurzen Sätze mit. "Ich schließe mich dem Vorredner an..." gilt nicht.+Der „Moderator" gibt einen Satzanfang vor. Wie „mir hat heute gefallen, dass..." oder „Mich hat heute gestört, dass..." oder „Mir war heute besonders wichtig..." Jeder vervollständigt diesen Satz und teil so seine Stimmung in ein bis zwei kurzen Sätze mit. „Ich schließe mich dem Vorredner an..." gilt nicht.
==== Stimmungsbarometer ==== ==== Stimmungsbarometer ====
-Der "Moderator" bereitet ein überdimensionales Thermometer vor und bestimmt, was die Skala ausdrücken soll (oben: gute Laune/sehr zufrieden mit meiner Arbeit/der des Teamleiters, unten schlechte Laune und entsprechend...). Die Betreuer kennzeichnen dann ihre Laune/Einstellung entweder mit Klebepunkten oder mit Stiften an der entsprechenden Stelle im Barometer.+Der „Moderator" bereitet ein überdimensionales Thermometer vor und bestimmt, was die Skala ausdrücken soll (oben: gute Laune/sehr zufrieden mit meiner Arbeit/der des Teamleiters, unten schlechte Laune und entsprechend...). Die Betreuer kennzeichnen dann ihre Laune/Einstellung entweder mit Klebepunkten oder mit Stiften an der entsprechenden Stelle im Barometer.
==== Graffitizettel ==== ==== Graffitizettel ====
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Beispiele: „Ich wünsche mir für das nächste Mal.....“; „Mich hat heute gefreut, dass...“ usw. Beispiele: „Ich wünsche mir für das nächste Mal.....“; „Mich hat heute gefreut, dass...“ usw.
 +
 +
 +==== 3 Sätze ====
 +Häufig gibt es wenig Zeit für ausführliches Feedback, das gilt besonders dann, wenn das Ferienlager schon weit fortgeschritten ist und die Feedbackrunde eher zu einer Plauderei verkommt. Will man dennoch Feedback geben oder nehmen, kann man auch zur Methode der drei Sätze greifen. Hier darf jeder genau drei Sätze sagen. Damit ist Plauderei vorgebeugt und jeder muss sich genau überlegen, was an Auswertung wirklich relevant ist.\\
 +Man kann diese Regeln natürlich beliebig strecken, etwa Feedback nur auf einem Bein stehend oder dergleichen. Das hebt dann auch gern mal die Stimmung.
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leitfaden/7._werkzeuge.1154010218.txt.gz · Zuletzt geändert: 25.02.2008 00:00 von hannes [Letzte Änderungen]
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