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Sonstige Beschäftigungen

Disco

Eine Disco ist etwas tolles. Die Kinder können mal etwas „wie Erwachsene” machen. Tanzen ist eine gute Bewegungserfahrung und sehr gut für das Taktgefühl. Damit eine Disco allerdings cool wird, bedarf es etwas Arbeit der Betreuer.

Zunächst ist es wichtig, dass eine Musikanlage und relativ moderne Musik verfügbar ist. Letzteres haben die Kinder oft auf CDs oder mp3-Playern mit. Mindestens ein Betreuer sollte sich in der modernen Musikszene etwas auskennen. Zur Vorbereitung sind zwei bis drei Wochen Chart-Sendungen im Fernsehen oder Radio meist ausreichend.

Der Raum sollte groß genug sein, alle Kinder aufzunehmen, jedoch sollte er nicht zu groß sein, sonst verlieren sich die Kinder und es kommt keine Stimmung auf. Wichtig ist eine gute Belüftung. Die Musik sollte laut genug sein, damit man sich nicht mehr normal unterhalten kann, jedoch auch nicht zu laut, damit die Kinder keinen Hörschaden mitnehmen. Faustregel kann hier sein: Wenn man es als Erwachsener laut genug findet, ist es zu laut für die Kinder. Wichtig ist es, dass die Kinder sich nicht direkt vor den Lautsprechern aufhalten. Dazu kann man diese z.B. über Kopfhöhe aufstellen.

Wenn man in den Genuss kommt, einen DJ von der Herberge organisiert zu bekommen, sollte man vorher die Zielgruppe und die gewünschte Stilrichtung klar machen. Zwei Stunden Hiphop interessieren die Kinder nicht, die Disco wird ein Reinfall. Sinnvoll ist es, vorher eine Wunschliste von den Kindern erstellen zu lassen. Damit hat der DJ ersteinmal eine grobe Richtung vorgegeben.

Sehr gut für die Stimmung sind Partylieder, bei denen alle das Gleiche tanzen, etwa „Macarena” oder „We will rock you”. Auch eine Polonaise bringt Leben in die Disco. Ist es eine Themendisco wie z.B. Fasching haben sich Discospiele bewährt.

Damit die Kinder keine Hemmungen haben, ist es unbedingt notwendig, dass alle Gruppenleiter selbst tanzen und die Kinder auch dazu animieren. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Musik dem Gruppenleiter gefällt oder nicht, schließlich ist das eine Disco für Kinder und nicht für Betreuer.

Als vorteilhaft hat sich eine Vereinbarung mit den älteren Kindern herausgestellt. Etwa: Wenn ihr bei der Disco gleich von Anfang an tanzt, dürft ihr danach noch eine halbe Stunde länger draußen bleiben. Solche Vereinbarungen führen dazu, dass sich die kleineren Kinder nicht scheuen auch zu tanzen und heben einfach die Stimmung.

Es gibt natürlich viele Kinder, die noch nie getanzt haben und die sich deshalb nicht trauen. Für diese Kinder lohnt sich ein Minitanzkurs vorher oder auch im Tanzsaal. Dabei kann man einfachen Two-Step lernen und rythmisches hüpfen. Das reicht meist aus, um den Kindern die Angst zu nehmen und sie entwicklen schnell ihren eigenen Stil. Besonders die kleineren Kinder möchten oft nicht alleine tanzen. Hier wirkt ein Tanzkreis, bei dem sich der Gruppenleiter und die Kinder an den Händen fassen.

Für die Betreuung ist es wichtig, festzulegen was mit den Kindern passiert, die nicht zur Disco wollen. Generell ist das ein Programmpunkt und sollte auch von allen Kindern wahrgenommen werden. Durch Animation und Tanzschule kann man viele Nörgeler doch von Disco überzeugen. Aus der Erfahrung hat es sich als zweckmäßig erwiesen, die Disco eine gewisse Zeit (z.B. eine Stunde) als Pflicht zu lassen und erst danach den Kindern zu gestatten, in die Zimmer zu gehen. Man sollte allerdings klarstellen, dass es nicht mögich ist, Fußball oder ähnliches zu spielen. Dazu wären zuviele Betreuer außerhalb der Disco nötig. Einige Kinder lassen sich angesichts dieser Alternative doch noch auf die Disco ein. Sind dann Kinder in den Zimmern, muss ein Gruppenleiter auch dort die Aufsicht wahrnehmen.

Sind weniger als etwa ein Fünftel der Kinder in der Disco anwesend, sollte diese beendet werden, da sich der Aufwand dann nicht mehr lohnt und die Betreuer an anderer Stelle gebraucht werden.

Lagerfeuer

Lagerfeuer sind eine tolle Sache und mit ein bisschen Gitarre oder Knüppelkuchen eine ganze Abendbeschäftigung. Informiert euch vorher, ob eine Waldbrandstufe besteht. Fragt erst beim Herbergsvater/bei der Herbergsmutter nach, ob ihr ein Feuer machen dürft.

Ihr braucht ausreichend TROCKENES Holz. Das sammelt ihr am besten mit den Kindern gemeinsam am Ende einer Wanderung oder als eigene Beschäftigung. Zündet das Lagerfeuer am besten an, bevor die Kinder kommen. Damit könnt ihr sicher gehen, dass kein Kind Unfug macht, während ihr mit dem Anzünden beschäftigt seid. Ihr fangt mit kleinen, besonders trockenen Stöckchen an und schichtet diese kegelförmig auf. Darunter stopft ihr ein bisschen Papier. Zündet das Papier an und wartet bis die kleineren Stöckchen vollständig Feuer gefangen haben. Dann könnt ihr Nach und Nach größere Äste darüber legen. Überfrachtet das Feuer aber nicht. Wartet immer, bis die nächst größeren Äste brennen bis ihr das nächste Stück auflegt. Achtet auch darauf, dass die Flamme nicht zu hoch schlägt und umgebende Bäume anzuzünden droht. Beachtet den Funkenflug. Besonders alte Tannenäste sprühen beim ins Feuer werfen Funken. Das könnte die Kleidung der Kinder anbrennen.

Bevor die Kinder zum Lagerfeuer kommen, sollten sie belehrt werden. Ihr solltet auch vermeiden, dass die Kinder selbstständig neues Holz ins Feuer werfen oder darin herumstochern. Das kann gefährlich sein! Geht also lieber auf Nummer sicher und macht es selbst.

Beim Lagerfeuer sollten die Kinder trotz des Feuers warm genug angezogen sein. Die Wärme des Feuers kommt ja leider nur von vorn. Setzt sie auch nicht zu nah ans Feuer, sodass sie sich durch Funken o.ä. nichts verbrennen können. Beschäftigt die Kinder, denen das Lagerfeuer zu langweilig wird anders. Z.B. durch Kartenspiele o.ä. schließt ihr aus, dass sie auf dumme Gedanken kommen.

Knüppelkuchenrezept

Mehl und Wasser, bis ein schöner klebriger Teig entsteht. Dann kommt Zucker nach Belieben dazu. Die Konsistenz sollte sein, dass man kleine Würste daraus kneten kann (also nicht zu mehlig, dass es nicht genug klebt aber auch nicht zu feucht, dass der Teig nicht von Stock tropft), die man dann um einen Stock wickelt und übers Feuer hällt. Dort immer wieder wenden, bis der Teig ein schönes Hellbraun bekommt und fertig. Aufpassen beim Essen - Heiß! Den Teig nicht zu dick um den Stock wickeln, da er sonst außen schon schwarz und innen noch nicht durch ist. Er schält sich dann recht gut vom Stock. Man kann vorher auch die Rinde vom Stock abmachen.

Für 20 Kinder braucht man ungefähr 2kg Mehl. Vom Zucker braucht man nicht ganz so viel.

Gitarrespielen

Das Spielen der Gitarre ist meist ein schöner Zeitvertreib für Pausenzeiten. Aber auch am Lagerfeuer ist die Gitarre ein gern gesehener Gast. Das Spielen auf der Gitarre erfordert neben ein ganz klein bisschen Übung und natürlich eines Spielgerätes auch noch eine interessante Liedermischung. Ein paar Liederbücher seien daher hier kurz vorgestellt.

Das Ding, Kultliederbuch

Ist ganz nett, hat eine sehr bunte Liederauswahl und eine sehr ausführliche Grifftabelle.

  • Inhalt: etwa 400 Lieder und Akkorde (keine Noten)
  • Anspruch: Gut geeignet für Anfänger und Fortgeschrittene.
  • Qualität: Die Akkorde stimmen manchmal nicht. Es wird z.T. wahllos zwischen amerikanischer (B=H) und deutscher (B=Hb) Notierung gewechselt. Die Schrift ist etwas klein geraten.
  • Jahrgang 2000, ISBN: 3934958664
  • Kosten: etwa 20 Euro.

Das Ding 2, Kultliederbuch

Der Nachfolger mit ausgefalleneren Liedern. Zwar hat sich die Qualität der Akkorde verbessert, doch der Kultstatus vom Ding 1 bleibt unerreicht.

  • Inhalt: etwa 400 Lieder und Akkorde (keine Noten)
  • Anspruch: Der Anspruch ist heftig gestiegen, daher eher für Fortgeschrittene und Könner.
  • Qualität: Ist besser als im Ding, aber lässt trotzdem zu wünschen übrig. Die Schrift ist etwas klein geraten.
  • Jahrgang 2005, ISBN: 393495877X
  • Kosten: etwa 20 Euro.

Einschlafrituale und Einschlafregeln

Einschlafregeln sind den meisten Kindern und Jugendlichen lästig. Meist will man einfach noch quatschen oder irgendwas machen. Allgemein braucht mach soetwas nicht zu unterbinden, solange es im Rahmen bleibt, d.h. es nicht zu laut wird oder andere stört. Die Kinder sollten so lange aufbleiben dürfen wie sie wollen dass hat den pädagogischen Effekt, das die Kinder spätestens am nächsten Tag merken, das sie zu lange wach waren, wenn sie sich schlapp fühlen und deswegen weniger Spaß haben können. So regelt sich dieses Thema oft von alleine. Ist dies nicht der Fall sollte man die Kinder erst darauf aufmerksam machen, dass sie zu laut sind. Können sie sich dann immer noch nicht ruhiger verhalten, kann man ruhig schonmal drohen. Z.B. mit Extraaufgaben(”Damit ihr ausgelastet seit...”) oder schlimmsten falls mit kontrollierter Schlafenszeit. Sicher hätte man dadurch mehr Arbeit, aber meist reicht das Drohen schon aus um die Ordnung wieder herzustellen.

Bei müden Kindern sollte man aber auch nicht vergessen, sich um sie zu kümmern. Einschlafrituale gibt es viele. Angefangen mit dem Vorlesen bis zum Gute-Nacht-Kuss. Jedoch sind bei allen Ritualen einige Dinge zu beachten. Generell kann man sagen, dass ein Ritual immer vom Betreuer der Gruppe durchgeführt werden sollte, da es unter anderem darum geht, eine persönliche Beziehung zur Gruppe aufzubauen oder als vertraute Person Trost zu spenden. Gerade bei jüngeren Kindern wirkt es Wunder, sich am Abend einfach zu ihnen zu setzen und ihnen etwas zu bieten, das sie vielleicht sonst im Lager vermissen. Weiter sollte man darauf achten, dass möglichst alle Kinder dabei sind, oder zumindest wissen, dass hier was passiert. Wissen sie nicht davon kommen sie sich schnell Alleingelassen oder Ausgeschlossen vor. Also sollte man sie zumindest fragen; sagen sie nein, dann wollen sie einfach nicht und können später auch nicht damit kommen:”Davon wusste ich ja nichts...”

Geschichten erzählen: hierbei ist eigentlich von der Gruselgeschichte bis zum verträumten Märchen alles möglich, nur sollte man die Kinder fragen was sie hören möchten, denn Jungs finden es vermutlich cooler zu hören wie das tapfere Scheiderlein die Riesen austricks als wie Aschenputtel ihren Schuh verliert. Das Erzählen von Geschichten kommt aber sicher eher bei jüngeren Kinder in Frage. Bei Jugendlichen kann man die ganze Sache abwandeln. Es erfordert zwar ein bisschen Übung und Kreativität, aber man könnte Beispielsweise eine Situation vorgeben(Hänsel und Gretel stehen im dunklen Wald) und die jugendlichen fragen was die beiden tun sollten. So bauen sich die Jugendlichen ihre Geschichte selber und wenn es albern wird, dann ist das auch kein Problem; sie werden sich wohl eher amüsieren, als ihre eigenen Ideen auslachen. Bei dieser zweiten Variante ist nur wichtig, dass es eine Regel gibt, wie das Anschlussgeschehen ermittelt wird. Man könnte zum Beispiel abstimmen lassen. Man könnte aber auch die Jugendlichen der Reihe nach etwas hinzufügen lassen.

Den Tag besprechen: es ist wohl eine der selbstverständlichsten Dinge, die man mit Kindern oder Jugendlichen tun kann. Man fragt einfach nach dem Tag, wie es war, ob es Spaß gemacht hat, was besonders gut oder schlecht war. Man holt sich damit ganz einfach Feedback von den Kindern und erfährt auch Vorlieben und Abneigungen der Gruppe oder einzelner Personen. Gerade in der Kennenlernphase ist das eine einfache Methode um Informationen zur Gruppe zu bekommen. Außerdem ist es meist so, dass sich ein Gespräch entwickelt und man sich besser kennenlernt, auch die Kinder untereinander. So können die Kinder ihren Gefühlen zum Lager Luft machen und der Betreuer kann seine SChlüsse ziehen. Auch hier sollte man aber darauf achten, das alle Kinder anwesend sind und man kein Lieblingszimmer oder Lieblingskind hat.

Der Gute-Nacht-Kuss: Der Gute-Nacht-Kuss ist eine eher heikle Angelegeneit. Grundsätzlich muss das Kind oder der Jugendliche gefragt werden, bevor man überhaupt etwas macht, da sonst Nötigung unterstellt werden kann. Außerdem empfiehlt es sich sowieso nur bei jüngeren Kindern. Von älteren oder Jugendlichen wird ein solches Angebot nur zu gerne falsch verstanden und dann ist der Interpretationsspielraum wieder riesig. Also immer erst fragen und wenn ein Kind das möchte, dann allenfalls ein kurzer Kuss, kein Knutschen. Eine Abwandlung, die jeden Betreuer von einem Vorwurf befreit ist übrigens der Kuss durch ein Kuscheltier. Einige Kinder oder Jugendliche haben ein eigenes, manche Betreuer haben auch selber eines, mit dem sie rumgehen. Es hat den einen ähnlich großen Ausdruckseffekt für Zuneigung und ist nicht interpretierbar.

Tratschen: ist allgemein besonders bei älteren Mädchen beliebt. Man fragt sie einfach nach Jungs oder einer Aktion und schon gehts los. Bei Jungen geht das übrigens auch, obwohl es da vermutlich mehr Feingefühl bedarf um ein Gespräch in Gang zu bringen, weil gerade ältere Jungen im Alter zwischen 13 und 16 eher verschlossen sind. In jedem Fall sollte man auf die Themen der Jugendlichen eingehen und selbst nur einen Anstoß geben, so merkt man auch, wann ein Gespräch unangenehm wird oder die Jugendlichen keine Lsut mehr haben. An dieser Stelle muss aber nochmal darauf hingewiesen werden, dass das Thema Sex kein Gesprächsstoff sein darf, da es unter das Thema sexuelle Aufklärung zählt und das Einverständnis der Eltern nicht vorauszusetzen ist. Man sollte auch auf darauf achten, das sich im Zimmer kein Kind gestört fühlt.

Nachtwanderung (NW)

Nachtwanderungen (im Folgenden NWs) sind in fast allen Programmen von Fereinfreizeiten zu finden aber leider auch eine heikle Sache. Neben der eigentlichen Organisation sind sie aufsichtstechnisch schwierig und bedürfen einer guten Vorbereitung.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten eine Nachtwanderung durchzuführen: Neben der klassischen Erschreckenswanderung gibt es die Möglichkeit eine Sinneswanderung zu machen oder aber auch eine Wanderung mit Rollenspielen u.a. Erstere ist aus vielen Gründen nicht zu empfehlen. Am wichtigsten erscheint mir folgender Grund: Leider hat sich an vielen Beispielen aus unseren Ferienlagern gezeigt, wie traumatisch solche NWs für viele Kinder sind. Mittlerweile begegnen uns in jedem Ferienlager Kinder, die nicht an der NW teilnehmen dürfen. Fragt man nach, zeigt sich, dass sie sich bei der letzten NW schrecklich gefürchtet und erschreckt haben und deshalb nie wieder an einer NW teilnehmen möchten. Erstens kann es nicht Sinn und Zweck einer NW sein, Kinder wenn schon nicht zu Tode, dann doch aber zum Heulen zu erschrecken und zweitens ihnen damit jede Möglichkeit zu nehmen, die Erfahrung zu machen, wie interessant und auch in bisschen gruselig (ganz ohne fieses Erschrecken) eine Wanderung durch den nächtlichen Wald sein kann. Und schließlich bringen wir die Kinder dadurch um ein Gruppenerlebnis, was, wenn es gut und ausgewogen gemacht ist, leicht zu einem der schönsten in der ganzen Freizeit werden kann.
Also - so unser Rat - bitte nehmt Abstand von übermäßigem Erschrecken, ihr tut der Mehrheit damit keinen Gefallen!

Die Rollenspiel-NW

Die Geschichte

Für eine solche NW braucht man eine nicht allzu komplizierte Geschichte, am besten eine, die an das Thema des Lagers angelehnt ist. Z.B.: Das Thema ist Indianer, dann könnte man sich eine Geschichte über ein Indianermädchen ausdenken, dass von bösen Indianern des Nachbarstammes entführt wurde und nun gerettet werden muss. Man braucht zu Beginn einen Aufhänger um die Kinder begründet aus dem Bett zu holen und zum Mitmachen zu animieren. Normalerweise ist es gut, wenn, wie hier zum Befreien des Indianermädchens, die Hilfe der Kinder gebraucht wird. Nun beginnt sich in einer ersten Szene, möglichst noch auf dem Gelände der Ferienfreizeit, die Geschichte für die Kinder zu entwickeln. Es wird geklärt, was passiert ist, zumindest was die Protagonisten davon wissen und was die Kinder nun tun können, um ihnen zu helfen. Zum Bsp.: Es wird erläutert, dass das Indianermädchen von einem Jungen des anderen Stammes entführt wurde und die Mutter bittet die Kinder um Hilfe, sie zu suchen. (Das kann man dann szenisch noch bissl ausbauen, z.B. von den bösen Anderen erzählen oder Eigenschaften des Mädchens beschreiben, herum weinen usw.)
Nun begeben sich die Kinder aus dem Lager und in den Wald, oder auf ähnliche Strecken, die einfach auf Grund ihrer Dunkelheit an sich schon reichlich gruselig sind. An Weggabelungen kann man z.B. Klopapierpfeile anbringen. An einer geeigneten Stelle treffen die Kinder nun auf verschiedene Protagonisten, die mehr oder weniger mit der eigentlichen Geschichte zu tun haben können. Dafür eignen sich verwirrte Frauen, Waldgeister, Krieger, Soldaten usw. Von ihnen benötigen die Kinder Informationen, z.B. haben die Waldgeister das Indianermädchen gesehen und wissen, wohin es gelaufen ist, oder sie können, wenn Vergiftungen in der Geschichte vorkommen, Zutaten für Gegengifte mitgeben oder aber sie sind böse Gegenspieler, die “aus dem Weg geräumt werden müssen”. Wenn die Kinder auf diese Gestalten treffen, müssen, nachdem sich die Typen in einer kleinen Szene vorgestellt habe/ein bisschen gespielt haben, kleinere Aufgaben von den Kindern gelöst werden - denn so einfach rückt niemand etwas heraus. Diese Aufgaben können ganz verschieden geartet sein. Z.B. könnten die Kinder ein Lied singen müssen oder etwas suchen müssen (Achtung geht nur bei entsprechender Beinbruchsicherer Umgebung) oder sonst etwas Kreatives. Sind die Aufgaben gelöst, geht es weiter.
Man kann beliebig viele dieser Zwischenstationen einbauen, sollte aber darauf achten, dass man die Geschichte nie aus dem Blick verliert. Generell kann man immer, bevor man mit einem Protagonisten sprechen kann oder er das macht, was man will, kleine Aufgaben lösen lassen - man sollte es aber nicht übertreiben damit.
An einer bestimmten Stelle treffen die Kinder schließlich auf die Hauptperson, z.B. die sie suchen (im Bsp. das Indianermädchen), oder die ihnen das Gegengift brauen kann etc. Auch hier gibt es wieder eine kleine Szene, die die Geschichte vollständig oder fast vollständig auflöst. Im Bsp. wäre es z.B. möglich, dass sich herausstellt, dass das Mädchen gar nicht entführt wurde, sondern freiwillig mit dem Jungen gegangen ist, weil sie verliebt sind, es sich aber nicht trauen, es den Eltern zu verraten. Hier wäre es schön, wenn dann die Kinder z.B. versprechen würden, das Mädchen zu beschützen, damit es wieder mit zur Mutter kommt. Denn schließlich war es ja ihre Aufgabe, dass Mädchen zur Mutter zurück zu bringen. Wenn die Überzeugungsarbeit geleistet ist, können die Kinder zusammen mit dem Indianermädchen z.B. nicht weit weg auf die Mutter treffen - Happy End. Ende. Allgemein gesagt: Nachdem man auf den Hauptprotagonisten getroffen ist, d.h. die eigentliche Aufgabe fast vollständig erfüllt hat, kommt es irgendwo zum Happy End, in dem sich alle Missverständnisse aufklären, das Gegengift den Verzauberten entzaubert etc.
Danach ist die Geschichte zu Ende, die Kinder gehen den Rest des Weges befreit zum Lager zurück, oder sollte das Happy End gerade wieder auf dem Lagergelände stattgefunden haben, flucks in ihre Betten.
Neben dem beschriebenen Beispiel eigenen sich auch magische Gestalten, die im Streit liegen und dadurch das magische Gefüge aus dem Gleichgewicht geraten ist. Oder aber die sich gegenseitig verzaubert haben, wobei der eine nun Hilfe benötigt, um sich zu entzaubern. Oder aber im Allgemeinen Liebes- und Eifersuchtsgeschichten mit aller Arten von Geschöpfen. Nicht zu empfehlen sind zu große Anlehungen an bestehende magische Gestalten, z.B. aus dem Herrn der Ringe oder Harry Potter, da die Kopierung nur schlechter als das Original sein kann. Aber das möge man selbst entscheiden.

Die Vorbereitung:

Zuerst sollte man sich natürlich eine Geschichte ausdenken, die genügend spannend, nicht zu verwirrend - schließlich sollen sie ja auch die Kleinsten verstehen können - aber auch nicht zu plakativ ist (siehe oben).
Man muss sich nun verständigen, wer die Rollen spielen kann. Dafür eignen sich neben Betreuern auch größere Teilnehmer, die man evtl. schon länger kennt und denen man auf alle Fälle vollständig vertrauen kann (dass sie gut mitspielen, keinen Quatsch im Wald machen und nicht weg laufen). Dabei sollte man aber vorher immer mit den Eltern besprechen, ob sie dies erlauben. Denn die Kinder werden sich doch z.T. “allein” im Wald aufhalten. (Dazu näheres später.) Bei der Auswahl der Schauspieler sollte man immer darauf achten, dass immer noch genügend Betreuer da sind, um die Kinder umfassend beaufsichtigen und ggf. auch trösten oder beschwichtigen zu können. Sollte das Team der Auffassung sein, dass alle Gruppenleiter in der Gruppe gebraucht werden, dann kann man eine Rollenspiel-NW nicht oder nur mit Helfern von außen (Aber auch hier Achtung: Bindet immer nur Helfer ein, denen ihr vertraut, und die keinen sinnlosen Quatsch mit euren Kindern machen!) oder eben mit der Unterstützung älterer Teilnehmer durchführen. Ggf. muss man die Geschichte eben etwas abspecken. Es besteht als Notlösung auch die Möglichkeit, dass z.B. ein Gruppenleiter eine Rolle übernimmt aber trotzdem die ganze Zeit mit der Gruppe mitläuft. So kann er seine Aufsichtspflicht erfüllen, und trotzdem Teil der Geschichte sein. Die Teilnehmer können sich ihm gegenüber dann natürlich nicht so verhalten, als ob er ganz normal der Betreuer wäre und er im Gegenzug auch nicht. Aber in einer Notsituation kann er aus seiner Rolle heraustreten und seine Gruppenleiterpflichten erfüllen. Es wäre auch denkbar, dass dieser eine Gruppenleiter nach einer gewissen Zeit und einer entsprechenden Szene von einem anderen Gruppenleiter, der eine andere Rolle spielt und dann erst (wieder) auftaucht, abgelöst wird. Man muss das dann nur geschickt in die Geschichte einbauen.
Alle Protagonisten/Schauspieler sollten die komplette Geschichte gut verstanden haben und vor allem genau wissen, was sie wann wie spielen müssen. Natürlich wird aber auch immer eine große Portion Improvisation dabei sein, denn proben kann man so etwas eher selten.

Dann benötigt man einen Weg, am besten einen Rundweg. Er sollte etwa so lang sein, dass man im gemütlichen Wandertempo eine halbe Stunde benötigt. Baut man dann neben der Anfangs und Endszene noch 3-4 weitere Szenen ein mit 2-3 Aufgaben, kann man davon ausgehen, dass die NW insgesamt ungefähr eine bis anderthalb Stunden dauert. Der Weg sollte möglichst stolperfrei sein und nicht zu viele Weggabelungen enthalten, weil man sonst an jeder irgendwelche Zeichen anbringen muss - aber zur Not geht das auch. Man sollte außerdem darauf achten, dass man nicht zu nah an bewohnte Gebiete, z.B. Zeltplätze oder Wohnviertel, heran kommt, um niemanden zu stören. Außerdem muss der Weg natürlich genügend Stellen enthalten, an denn man die kleinen Szenen stattfinden lassen kann. Mindestens ein Betreuer der Gruppe sollte den Weg genau kennen, damit er, sollte z.B. ein Weggabelungshinweis abhanden kommt, weiß, wo es lang geht. Dieser jenige oder ein anderer, der es dann weiter gibt, sollte auch kurz vorher - natürlich möglichst unauffällig - den Weg noch einmal abgehen, um Gefahrenstellen, wie umgestürzte Bäume, große Pfützen, abfallende Wegränder und der gleichen zu entdecken.
Bevor man startet sollte man die Geschichte und die Wege mit allen Gruppenleitern genau besprechen. Außerdem sollte ein Gruppenleiter bestimmt werden, der ggf. im Lager bleibt, wenn Kinder nicht mitkommen können/wollen/dürfen.

Die Durchführung:

Ganz wichtig ist, dass die Gruppenleiter, die mit der Gruppe laufen, ihre Aufgaben kennen und auch die Kinder entsprechend belehrt werden (dies bietet sich z.B. nach der einführenden Szene an, bevor man direkt in den Wald startet).

  • Beim Wecken sollten die Gruppenleiter wirklich pennetrant sein, da viele Kinder kurzerhand einfach wieder in Tiefschlaf fallen. Manchmal muss man minutenlang kämpfen, um die Kinder zum Aufstehen zu bewegen. Nun sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass sich die Kinder ausreichend warm anziehen - lieber ein bisschen zu warm als zu kalt. Auch auf festes Schuhwerk muss man achten. Der Gruppenleiter sollte hier noch viel stärker als sonst auf diese Dinge achten, da schläfrige Kinder nicht vollständig selbständig sind, auch wenn sie schon groß sind.
  • Sollte man Kinder einmal gar nicht aus dem Bett bekommen oder sie wirklich zu große Angst haben, so dass sie die NW überhaupt nicht genießen können, sollte man sie, auch aus Rücksicht auf die anderen im Lager belassen. Wie bereits erwähnt, muss dann mindestens ein Gruppenleiter (je nach dem, wie viele Kinder bleiben) bei diesen bleiben um die Aufsicht zu gewährleisten. Die Kinder sollten dann informiert werden, wer im Notfall wo für sie da ist. Meiner Ansicht nach sollte aber auch klar gestellt werden, dass die Kinder, die nicht mitkommen, dann auch kein Halli-Galli machen dürfen. Dem Gruppenleiter, der im Lager bleibt, sollte dann natürlich unbedingt auch mitgeteilt werden, wie viele Kinder u./o. welche Kinder da bleiben.
  • Die Kinder sollten unbedingt belehrt werden, dass am Anfang und am Ende der Gruppe jeweils ein Betreuer läuft, der nicht überholt wird, bzw. hinter den niemand zurück fallen darf. So geht auch niemand verloren.
  • Die Gruppenleiter müssen sich gut in der gesamten Gruppe verteilen. Hier gilt dies noch viel stärker als allgemein auf Wanderungen. Dies ist u.a. auch deshalb wichtig, um genügend Kindern, die sich ein bisschen fürchten, Nähe zu geben und ggf. mit einer gehaltenen Hand zur Seite zu stehen.
  • Im Wald sollte man sich nicht zu laut verhalten, was nicht nur nebenbei hinderlich für die Stimmung der Geschichte wäre. Gruppenleiter müssten die Kinder entsprechend ermahnen.
  • Man sollte nicht zu schnell laufen, da die Gruppe sonst zu sehr auseinander gezogen wird. Der erste Gruppenleiter sollte darauf achten.
  • An den Weggabelungen sollte man genau darauf achten, dass alle den Hinweis gesehen haben und den richtigen Weg gehen.
  • Um sinnloses Rumgeleuchte mit Taschenlampen zu verhindern, sollte man geschickt die Taschenlampen der Kinder einsammeln. (Es bietet sich an, nach der Belehrung kurz und vor allem unverfänglich zu fragen, wer denn eine Taschenlampe mit hat - da melden sich doch brav alle - na der darf sie mal schön abgeben. ;-) Natürlich werden sie danach wieder zurück gegeben.) Jeder Gruppenleiter muss aber unbedingt eine Taschenlampe haben, um im Notfall besser sehen zu können und um Gefahrenstellen auszuleuchten. Es bietet sich an, dass der erste Gruppenleiter, wenn er eine Gefahrenstelle (wie ein große Pfütze) entdeckt, diese beleuchtet und so lange dabei stehen bleibt, bis der nächste heran ist, um ihn abzulösen usw.
  • Die Gruppenleiter sollten die Grundzüge der Geschichte kennen, um bei den einzelnen Szenen die Kinder geschickt unterstützen zu können oder eben, sollte die Gruppe etwas zaghaft sein, sie zum Mitmachen zu animieren. Dies ist ganz wichtig - wenn die Gruppenleiter nicht wenigstens ein bisschen mitmachen, sondern sich vielleicht schwatzend an den Rand stellen, werden die Kinder dies auch nicht tun, was für alle schade wäre.
  • Gerade kleine Kinder haben, auch obwohl sie noch nie eine NW mitgemacht haben, häufig Angst davor. Hier sind die Künste der Gruppenleiter gefragt. Natürlich kann man auch seine Hände “verschenken” und sich diese von den Kindern “zerquetschen” lassen. Hier bietet es sich an, auch Betreuer von größeren Gruppen für die kleineren Kinder einzuspannen. Gruppenleiter sollten aber unbedingt aufpassen nicht noch mehr Aufgeregtheit und Angst in der Gruppe zu verbreiten. Wenn zu direkt auf die Angst der Kinder eingegangen wird, sie immer wieder thematisiert wird, steigern sich Kinder häufig noch mehr herein. Geschickter ist es, das ganze erst einmal laufen zu lassen und klar, die Möglichkeit z.B. sie an die Hand zu nehmen, anzubieten. Dann wird sich schnell von allein zeigen, dass die Kinder es allein packen, oder aber das die besonders ängstlichen eben doch an die Hand genommen werden wollen. Oft reicht es aber auch aus, dass sich die Kinder gegenseitig an die Hand nehmen und man als Gruppenleiter z.B. dahinter oder davor läuft. Damit ist man in Reichweite aber die Kinder haben, sollten sie es schaffen, am Ende trotzdem das Gefühl es allein geschafft zu haben. Sollten alle Überredungskünste und Tröstereien nix nutzen, hilft es häufig zu versprechen (so es war ist natürlich) dass nicht oder nicht viel erschreckt wird, dass es keine bösen Tiere oder Geister sind, die erschrecken, sondern sie, genauso wie die Schauspieler alles Betreuer oder große Teilnehmer sind und das morgen oder gleich im Anschluss überprüft werden kann usw.
  • Zu gegebener Zeit sollte man die Kinder auch einmal durchzählen. Dies sollte auf jeden Fall am Anfang und ganz am Ende gemacht werden, um erstens zu wissen, wie viele Kinder nun wirklich dabei sind und dies mit der Zahl der Dableiber abzugleichen, und schließlich um sicher zu gehen, dass auch alle wieder zurück sind. Dazwischen sollten die Gruppenleiter gemeinsam entscheiden, ob und wenn ja wie oft sie durchzählen wollen. Es kann hilfreich sein, gerade wenn man ein große Gruppe hat, aber auch nachteilig für die Stimmung in der Geschichte.
  • Bei den Spielszenen sollte man darauf achten, dass die Kinder nicht herumalbern oder sich von Gruppe entfernen. Dies realisiert man am besten, indem sich die Gruppenleiter hinter der Gruppe gut verteilen.

Erschrecken:

Natürlich kann man auch bei einer Rollenspiel-NW erschrecken. Besonders die Wege zwischen den Schauspielszenen eigenen sich dafür. Aber bitte mit Mäßigung. Wie bereits erwähnt, haben zu heftige Erschreckungen nur Nachteile. Man sollte sich auch fragen, was man damit bezweckt. Welchen Sinn haben Erschreckungen? Wollen wir Kindern wirklich Angst einjagen, oder wollen wir ihnen nicht eigentlich ein schönes Erlebnis verschaffen, an das sie gern zurück denken. Erschrecken sollte immer ganz sensibel auf die Gruppe und das Alter der Teilnehmer abgestimmt werden. Kleine Kinder und Mädchen bis zu einem bestimmten Alter brauchen meist kein Erschrecken, sie fürchten sich schon genug im Dunkeln. Jungs wollen erschreckt werden, sonst ist eine NW für sie langweilig und es kann auch passieren, dass man sie für die Geschichte verliert. Aber auch hier ist Vorsicht geboten, denn unter den Jungs oder den älteren Teilnehmern sind auch sensible dabei, die man genausowenig wie kleinere Kinder verschrecken möchte. Deshalb ist unser Rat: Lieber weniger Erschrecken und dafür mehr Geschichte. Es wird sich sicher zeigen, so unsere Erfahrungen, dass man damit eine größere Mehrheit gewinnt. Außerdem raten wir, sich immer an den Kleinsten und Fruchtsamsten zu orientieren. Sollte man eine sehr heterogene Gruppe haben, dann sollte man lieber auf das Erschrecken verzichten (und lieber später mit den großen Jungs noch eine Vampier-Grusel-Geschichte vorlesen, damit auch die auf ihre Grusel-Kosten kommen). Sollte die Gruppe groß genug sein und die Kapazitäten dafür haben, kann man sie auch teilen. Eine Runde gehen dann die Kleinen, auf der wird nicht erschreckt. Und die andere gehen die Großen, auf der kann man dann etwas stärker erschrecken.

Die Sinnes-NW

Bei einer Sinnes-NW handelt es sich um einen Sinnesparcour eben nur im Dunkeln, was unsere Möglichkeiten erhöht. Es solche NW ist günstig, wenn man noch wenig Erfahrungen mit NWs hat, sich nicht sicher ist, wie die Gruppe im Dunkeln funktioniert (man z.B. keine einfache Gruppe hat, mit der man sich nur ungern in den dunklen Wald begeben möchte) oder aber wenn das Wetter nicht richtig mitspielt, nicht beständig ist oder der Wald total durchnässt. Schließlich bietet sie sich an, wenn man viele Kinder hat, die sich extrem vor NWs fürchten. Die Sinnes-NW kann man nämlich direkt auf dem Gelände der Ferienfreizeit durchführen, wenn es ausreichend groß ist.

Man bereitet mehrere Sinnestationen vor: Zum (Sehen,) Fühlen (Hände, Füße usw.), Riechen, Hören, ggf. auch Schmecken. Dazu kann man z.B. verschiedene Materialien auf dem Boden ausbreiten und die Teilnehmer dann ohne Socken darüber führen (Achtung nix mit Verletzungsgefahr), oder andere Materialien in Schüsseln füllen und sie erfühlen lassen. Zum Riechen sammelt man Küchengewürze oder Pflanzen die stärker riechen und lässt diese erriechen. Zum Hören kann man die Kinder z.B. an einer Stelle vorbei führen, an der ein Betreuer mit verschiedenen Gegenständen Geräusche macht und die Kinder schließlich erraten müssen, welche Gegegenstände es sind. Oder aber man begibt sich an einen Ort, fern von Stadtgeräuschen und lauscht einfach mal dem Wald und seinen Geräuschen. Dies ist für viele Kinder ein neues Erlebnis. Zum Schmecken bereitet man entsprechend verschiedene Dinge vor. Vorsicht aber, dass sie nicht zu eckelig sind, dass sich die Kinder nicht übergeben müssen. Man sollte auch immer genügend Löffen oder Gabeln bereit halten, dass die Kinder immer einen eigenen Löffel bekommen, hygienisch wäre dies sonst sehr bedenklich. Sollte sich ein Kind einmal extrem wehren, sollte man es gewehren lassen.
Die Stationen baut man möglichst an entfernteren Stellen des Geländes auf, so dass man sich nicht gegenseitig stört. Jedes Kind braucht eine Augenbinde (Einfach herzustellen durch Zerreißen eines Bettlackens in viele Streifen. Da es dunkel ist, ist die absolute Undurchsichtigkeit auch nicht all zu relevant.) Die Teilnehmer werden nun in Gruppen aufgeteilt, so viele, wie es Stationen gibt. Ein Betreuer bleibt bei jeder Gruppe, wenn möglich sollte einer als Springer ohne Gruppe bleiben, um den Fortgang zu überwachen und ggf. schnell Vergessenes besorgen zu können.
Die Wege zwischen den Stationen können die Kinder nun auf verschiedene Art zurück legen:

  • als “Schnecke” (hintereinander auf die Schultern fassen) alle mit verbundenen Augen, der Gruppen leiter führt sie
  • im Pärchen: einer, ohne Augenbinde, führt den Anderen, mit Augenbinde, indem er ihn ruft, in kleinem Abstand, ohne Anfassen - nach der Hälfte der Strecke wird gewechselt
  • im Pärchen: einer (ohne Augenbinde) fasst den anderen (mit Augenbinde) an und führt ihn - besonders geeignet bei holprigen Strecken, z.B. Treppen
  • alle haben Augenbinde auf, der Gruppenleiter ruft leise und sie müssen ihm folgen
  • natürlich kann man auch einfach nur laufen, wobei das weniger spannend ist

Diese Aktionen brauchen Vertrauen untereinander, bauen aber auch welches auf.
Nun gehen die Gruppen im Rotationsprinzip von Station zu Station, die Gruppenleiter erklären dort jeweils was zu tun ist und die Teilnehmer erraten was sie erfühlt, ertastet, erschmeckt haben. Wichtig hierbei ist, dass sie sich ihre Ergebnisse nicht verraten, bis nicht alle dran waren. Denn dann verliert sich die Spannung, die entsteht, wenn man mit verschlossenen Augen z.B. einen Löffel mit etwas unbekanntem in den Mund gesteckt bekommt. Man kann auch ein Signal vereinbaren, dass z.B. der Springer gibt, wenn alle zur nächsten Station wechseln.

Die Lichter im Wald

Diese Art der NW ist eine Art Ralley im Dunkeln. Sie ziehlt weder auf Erschrecken noch eine besonders spannende Geschichte ab. Diese Nachtwanderung eigent sich z.B. wenn die Kinder bereits sehr fertig sind und man sie ungern noch aus dem Schlaf reißen möchte. Denn man kann diese NW sobald es richtig dunkel ist anfangen, also im Winter schon recht bald nach dem Abendbrot und auch im Sommer nicht ganz so spät. Ein weiterer Grund für eine solche NW wäre wie bei der Sinnes-Wanderung ein Mangel an Personal, so dass man keine Rollenspiel-NW machen kann. Oder aber eben auch eine gewissen Unsicherheit auf Grund von “mangelnder” Erfahrung. Es ist eine ruhige Variante einer NW, mit nicht all zu viel Vorbereitung, die den Kindern aber trotzdem die Möglichkeit gibt, den dunklen Wald zu erfahren. Obwohl es eigentlich nur eine andere Art einer Wanderung ist, hat sich gezeigt, dass die Kinder sich nach einer gewissen Zeit selbst im dunklen Wald entspannen können, was sicher nicht von Nachteil ist und sinnloser Angstmacherei entgegen wirkt.

Man bereitet dafür Papierstreifen vor (z.B. gedrittelte A5-Blätter), die man mit Alufolie oder Rettungsdecke umspannt. Man sollte darauf achten, dass die Alufolie nicht zu sehr zerknittert. Durch ein Loch am oberen Rand zieht man ein Stück Strick oder Wolle. Diese Gebilde sollen im Folgenden Reflektoren heißen.
Nun benötigt man einen schönen Rundkurs-Weg. An diesem bringt man ca. alle 50m und an Kreuzungen die Reflektoren an. Man sollte darauf achten, dass sie sich auch bei einem nur schwachen Windchen gut drehen können, also lieber länger hängen lassen. An Kreuzungen empfiehlt es sich den Reflektor direkt an die Kreuzung und ein Stück den richtigen Weg hinein zu hängen, so dass er von der Kreuzung aus gut sichtbar ist.

Die NW läuft nun so ab, dass die Teilnehmer bestückt mit einer kleineren Anzahl von Taschenlampen gruppenweise durch den Wald laufen und den Weg finden müssen. Diesen finden sie, indem sie mit ihren Taschenlampen nach den Reflektoren suchen. Diese sind jenachdem, wie gut sie sich drehen, unterschiedlich gut zu sehen. Wenn sie einen Reflektor gefunden haben, müssen sie immer den nächsten suchen, um zu wissen, wo es weiter geht. Ein Weg mit recht vielen Abzweigungen ist hier besonders schön, da die Kinder dann wirklich immer wieder gucken müssen, wohin es als nächstes geht.
Man sollte bei der Durchführung natürlich auch darauf achten, dass die Kinder gut belehrt wurden, dass keiner abhanden kommt und man Gefahrenstellen, wie bei der Rollenspiel-NW beschrieben, gut ausleuchtet.
Außderdem sollte man darauf achten, dass sich die Kinder mit dem Taschenlampe-Leuchten immer mal abwechseln, damit es den anderen, die nix zu tun haben, nicht zu langweilig wird. Man sollte auch nicht zu viele Taschenlampen austeilen/zulassen, da es sonst zu wilden Ich-leute-den-Anderen-in-die-Augen-Aktionen kommen kann, was zu vermeiden ist.

Diese Art der NW kann man natürlich auch noch weiter ausschmücken. Sollte dies der Weg erlauben, wäre es z.B. möglich an den Reflektoren Buchstaben anzubringen, die dann am Ende der Wanderung einen Lösungssatz ergeben. Die Kinder könnten sich dann z.B. die Buchstaben abschreiben und die Lösung nach der Ankunft im Lager finden. Wer am schnellsten ist, hat dann gewonnen. So hat man daraus einen kleinen Wettbewerb gemacht und die Un-Lust am Laufen ein bisschen überwunden.
Es wäre aber auch möglich eine kleine Geschichte um die “Lichter im Wald” zu erfinden, um das ganze etwas spannender zu machen.
Oder aber man gestaltet es als Schnipseljagd und schickt die beiden Hälften der Gruppe (dafür darf die Gruppe natürlich nicht zu groß sein) auf verschiedene, ungefähr gleichlange Wege. Wer als erstes da ist und z.B. zusätzlich die meisten Reflektoren eingesammelt hat, der hat gewonnen. Oder aber, wenn man keine zwei Wege hat, man schickt die Gruppen in die umgekehrte Richtung los. Wer dann als erstes wieder eintrifft, hat ebenso gewonnen. (Dann darf man natürlich die Reflektoren nicht einsammeln ;-) )

Naturbeobachtungen im Dunkeln

Es ist neben den bereits genannten Möglichkeiten außerdem denkbar eine Naturwanderunge im Dunkeln durchzuführen. Besonders eignet sich dies mit einem Jäger oder Förster oder einem Menschen, der sich mit den natürlichen Besonderheiten des nächtlichen Waldes besonders gut auskennt. Man könnte dabei z.B. versuchen Waldtiere zu beobachten, auf Geräusche besonders zu achten, die Bewegung von Baumkronen im Mondlicht zu betrachten oder z.B. auch kleinen “Ausgucken” über eine Stadt/ein Dorf einfach man den Ausblick zu genießen. Auch Pflanzen kann man im Dunkeln beschauen.
Leider haben wir selbst so etwas noch nicht durchgeführt, so dass wir euch von unseren Erfahrungen noch nichts berichten können. Vielleicht dient diese Beschreibung aber dem ein oder anderen als Auslöser, es einmal zu probieren. Derjenige möge uns dann bitte von seinen Erfahrungen berichten.

No-Gos bei NWs

Leider haben wir immer wieder von NWs gehört, die für Kinder schreckliche Erinnerungen sind. Wir haben hier einmal ein paar Eigenschaften dieser eher schlechten NWs zusammen getragen, die man also auf jeden Fall vermeiden sollte.

  • Riesige Angst vor irgendwelchen Ungeheuern verbreiten. Am schlimmsten wird es, wenn diese Angst tagelang aufgebaut wird und selbst die Betreuer die Geschichte auf absurde weise real mitspielen. Kinder fürchten sich dann auch vor absolut irrationale Geschichten.
  • Abstürzende Puppen, die Selbstmord suggerieren sollen, oder gar aufgehängte Puppen. Einer der Gründe, die dagegen sprechen, können persönliche Erfahrungen von Kindern sein, die man in einer solchen Situation sicher nicht heraufholen möchte.
  • Kettensägen
  • echt wirkendes Kunstblut, schlimmer noch: tropfend
  • Sensen
  • direkte Bedrohung der Kinder (etwa unabgesprochen ein Kind aus der Gruppe stehlen)
  • Trennen von der Gruppe (etwa paarweise allein durch den Wald schicken, auch nur wenige 100m, schlimmer noch mit Erschrecken auf dem Stück.)
  • Zum Erschrecken durch die Kindergruppe rennen. Dabei besteht eine viel zu große Gefahr ein Kind ungewollt umzustoßen und es dabei zu verletzen.
 
leitfaden/6.5_beschaeftigung.txt · Zuletzt geändert: 16.11.2015 00:00 [Letzte Änderungen]
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