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Was tun wenn...

...ein Kind Heimweh hat?

Heimweh ist leider ein recht häufiges und schwieriges Thema im Ferienlager. Besonders kleine Kinder, die zum ersten Mal ins Ferienlager fahren, sind dafür anfällig. Heimweh sollte vor allem aus folgenden Gründen bekämpft werden: Ein Kind kann nicht immer vor unangenehmen Situationen davon laufen, es muss auch einmal ein paar Tage mit negativer Stimmung überstehen können. Dies kann es dabei lernen. Außerdem ist es häufig so, dass Kinder, die wegen Heimweh schon einmal nach Hause gefahren sind, entweder nie wieder für Ferienlager zu begeistern sind oder dann bis ins Jugendalter Heimwehkinder bleiben. Dies wäre schade, nicht nur für uns Betreuer, die wir wissen, dass Ferienlager eine absolute Bereicherung für Kinder sein kann. Außerdem steht am Ende eines überstandenen Heimwehs ein Erfolgserlebnis, das sehr wahrscheinlich zu „Heimwehressistenz” führt.
Ganz häufig ist der Grund für Heimweh nicht, dass das Kind seine Eltern, Geschwister oder Haustiere vermisst, wie es angibt. Meist fühlt sich das Kind in der Gruppe oder im Lager nicht wohl und allein. Ein hintergründiger Auslöser kann auch ein Streit zwischen ihm und einem neugewonnenen Freund sein oder körperliches Unwohlsein. Es gibt vielfältige Gründe, die es herauszufinden gilt, will man das Heimweh wirksam bekämpfen.
Heimweh kann einfach so oder vordergründig z.B. durch einen Brief oder einen Anruf von zu Hause ausgelöst werden. Es äußert sich recht leicht erkennbar durch Weinen und die Aussage: „Ich will nach Hause!” Dann empfiehlt sich folgendes Vorgehen:

  1. Kind soweit beruhigen, bis man sich einigermaßen normal mit ihm unterhalten kann (Schon allein das kann sehr schwer fallen und man wird wohl mit einem noch schluchzenden Kind vorlieb nehmen müssen.)
  2. (Vordergründige) Ursache herausfinden: „Was ist denn passiert? Du warst doch gerade noch ganz lustig!?” Weiterführendes Nachfragen kann auf Konflikte in der Gruppe zielen, oder einfach nur zum Weitererzählen anregen. Probleme, die dabei zu Tage treten, sollten besprochen und nach Lösungen gesucht werden. Vielleicht hilft das schon, weil eine Klärung des Problems die Ursache des Heimwehs aus dem Weg räumt und das Kind sich automatisch besser fühlt. Durch die Wiedereinbindung in den Lageralltag wird dann an zu Hause gar nicht mehr gedacht.
  3. Fühlt sich das Kind daraufhin immer noch nicht besser, gilt es Überzeugungsarbeit zu leisten: „Aber du warst doch immer ganz glücklich/dir hat doch die Aktion heute sehr viel Spaß bereitet/du hast doch immer gelacht.” Solche Aussagen sollen das Kind überzeugen, dass es sich eingentlich immer wohl fühlte und es keinen Grund für Heimweh gibt. Ziel ist es nebenbei auch, die hintergründigen Ursachen herauszubekommen, so man das noch nicht hat.
  4. Hilft diese Überzeugungstaktik immer noch nicht, muss man Kompromisse aushandeln: „Wir probieren es noch einmal einen Tag/Du hälst noch bis morgen durch, da machen wir das..., das macht dir bestimmt viel Spaß” o.Ä. Oft drängen Kinder darauf ihre Eltern anzurufen, um sich abholen zu lassen. Dies sollte vorerst abgewendet werden. Denn häufig verstärkt ein Anruf zu Hause nur das Heimweh. Man kann auch mit der „Belohnung” locken, dass nach Ablauf der Frist die Eltern angerufen werden. Es sollte auf alle Fälle vereinbart werden, dass man nach Ende der vereinbarten Zeit nochmal miteinander redet. Das Kind muss merken, dass man sein Problem ernst nimmt!
  5. Nun gilt es, das Kind besonders zu beobachten. Man muss heraus finden, ob sich die Stimmung gebessert hat, was vielleicht das ursächliche Problem ist, womit man das Kind begeistern und vor allem ablenken kann. Man hat damit Argumente für das nächste Gespräch in der Hand, mit denen man das Kind überzeugen kann, dass es ihm doch eigentlich ganz gut geht. Auch erhöhte Aufmerksamkeit ist meist ein Muss. Stellt man fest, dass das Kind sich langweilt und wieder in schlechte Stimmung abrutscht, dann muss man es beschäftigen, eben ablenken. So, dass es gar keine Zeit hat, an zu Hause zu denken. An dieser Stelle können auch andere Betreuer helfen: Bemerken sie das Kind in einer unbeschäftigten Situation, können sie sich ihm annehmen. Auch der Teamleiter ist für solche Aufgaben da. Deshalb sollte man Heimwehkinder immer dem Teamleiter melden und im Team besprechen.
  6. Als allerletzte und nur im äußersten Notfall zu gebrauchende Lösung gibt es „Heimwehtropfen oder -drops”. Ein bisschen unangenehm schmeckende Kräutertropfen (Achtung: ohne echten Wirkstoff!) oder ein Traubenzuckerdrops aus einer Medikamentendose als Tarnung sind hierfür zu gebrauchen. Eine beliebige Packungsbeilage macht das ganze noch etwas seriöser. Jetzt ist das schauspielerische Können des Betreuers gefragt: Neben der Überzeugung, dass das einwandfrei helfen wird, sollte man dem Kind die absolute Besonderheit und Einmaligkeit der Situation bewußt machen. Der Betreuer muss vorher sehr genau abschätzen, ob ein solcher Trick Erfolg haben wird. Wenn er sich dessen nicht sicher ist, sollte er es lieber lassen. Auch sollte man vorher genau abwägen, ob man solch ein Vorgehen prinzipiell gut heißt. Es besteht die Gefahr, dass das Kind lernt, dass es für jedes Wehwehchen eine Medizin gibt. Ebenfalls muss der Betreuer sich absolut sicher sein, dass er alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft hat.

Normalerweise sollte sich das Heimweh nach spätestens zwei Tagen gegeben haben. Ist dem nicht so, oder stellt man bald fest, dass wirkliches Heimweh dahinter steht ( dass das Kind vielleicht einfach noch nicht reif ist, lang von zu Hause weg zu sein) und hat man alle seine Möglichkeiten (wie oben beschrieben) ausgeschöpft, dann, aber erst dann, sollte man über eine Heimfahrt nachdenken. Die Gefahr besteht oft, dass eine Heimfahrt eine ganze Welle absolut unbegründeter Heimweh-Heimfahrten auslöst. Dies gilt es nicht nur im Interesse der Veranstalter abzuwenden.

Ein zusätzliches Problem können überbesorgte Eltern darstellen. Teilweise haben die Kinder bereits, bevor sie sich an den Gruppenleiter wenden, mit ihren Eltern telefoniert und übers Abholen gesprochen. Hat man nicht das Gefühl, dass sich das Heimweh nach entsprechender „Therapie” bald legen wird und an Heimfahrt nicht zu denken ist, muss man dann häufig nicht nur das Kind sondern auch die Eltern davon überzeugen. Viele Eltern lassen sich aber schnell durch die Einschätzungen des Gruppenleiters umstimmen. Halten die Eltern daran fest, ihr Kind abzuholen, muss man sich dieser Entscheidung beugen. Haben sich die Kinder einmal mit Heimweh an ihre Eltern gewandt, hat der Betreuer die Pflicht die Eltern auf dem Laufenden zu halten.

...ein Kind ein Bettnässer ist?

Stellt ihr fest, dass ein Kind ins Bett gemacht hat, ist vorsichtiges und einfühlsames Vorgehen angesagt. Niemals sollte das Kind bloß gestellt werden! Kümmert euch zuerst um das Kind. Schickt es ins Bad, duschen und/oder neue Sachen anziehen. Aber unauffällig. Ist das Zimmer dann einmal leer, bezieht entweder gemeinsam oder auch allein das Bett neu und gebt die dreckige Bettwäsche beim Herbergspersonal ab. Häufig ist auch die Matratze nass. Stellt diese dann an einen unauffälligen Ort zum Trocknen und ersetzt sie durch eine unbenutzte. Ihr könnt die dreckigen Sachen des Kindes auswaschen oder (wenn das FL sehr bald zu ende ist) trocknen und dann in einen Beutel stecken und den Eltern mitgeben. Waschen ist aber das beste - es stinkt!

Stinkt es nach ein bis zwei Tagen dann trotzdem noch in dem Zimmer, solltet ihr mit dem Kind gemeinsam dessen Sachen durchsuchen. Dort könnte das Kind vollgepullerte Kleidungsstücke einfach hineingesteckt haben, die jetzt getrocknet unangenehm stinken. Ist das Kind alt genug, soll es diese Sachen auswaschen, ansonsten macht ihr das.

Stellt sicher, dass das Kind nicht von seinen Zimmergenossen gehänselt wird. Findet ihr heraus, dass die anderen Kinder damit beginnen, führt ein klärendes Gespräch. (Es kann schließlich jedem passieren.) Versucht so auch zu verhindern, dass die Info über das Einpullern ins ganze Lager getragen wird.

Pullert ein Kind mehrfach ins Bett, solltet ihr mit ihm intensiver darüber reden. Versucht herauszufinden, was der Grund sein könnte und was man dagegen tun kann. Schickt das Kind vor dem ins Bett gehen dann immer aufs Klo! Passt auf, dass es abends nicht mehr übermäßig viel trinkt. Legt ggf. eine Plastikunterlage unter das Bettlaken. Das verhindert, dass ihr immer die Matratze wechseln müsst. Die gehen einem ja dann auch irgendwann aus. Ändert sich durch die Maßnahmen nichts, solltet ihr herausfinden, ob sich das Kind unwohl fühlt, unglücklich ist, vielleicht auch Heimweh hat. Redet mit dem Kind nochmals darüber. Verständigt auch die Eltern. Spätestens wenn sie das Kind abholen, haben sie das Recht über solche Ereignisse informiert zu werden.

...ein Mädchen seine erste Periode bekommt?

Die erste Periode ist natürlich keine schlimme Sache, dennoch können betroffene Mädchen recht geschockt auf dieses Ereignis reagieren. Nicht jedes Mädchen wird damit auch gleich zu Gruppenleiter kommen. Abhängig davon, wie aufgeklärt das Mädchen schon ist, wird es sich Binden oder Tampons von Freundinnen geben lassen oder nicht.

Kommt ein Mädchen aber mit diesem „Problem” zum Gruppenleiter, sollte dieser ganz besonnen, ggf. mit dem Mädchen zusammen, Binden besorgen und die Handhabung erklären. Dies sollte am besten in einem unbenutzten Schlüpfer passieren, den man in der Hand hält. Auf keinen Fall sollte das am Körper des Mädchens geschehen. Auch sollte der Gruppenleiter sich mit weiteren Erklärungen zurück halten, da diese unter Aufklärung fallen, für die wir die Zustimmung der Eltern nicht voraussetzen können. (Siehe dazu auch in Rechtslage!)
Tampons sollten nicht ausgegeben werden, da eine richtige Handhabung absolut nicht vorausgesetzt und schon gar nicht „überwacht” werden kann und ein falsche fatale Folgen haben kann. Das gilt aber gennerell auch für Mädchen, die schon länger ihre Periode haben. Das Mädchen muss dann halt mit den „Behinderungen” (z.B. dass es nicht mit baden kann) zurecht kommen. Eine gewisse Ablenkung und besondere Beschäftigung durch den Gruppenleiter kann da helfen, die negativen Konsequenzen abzuschwächen.
Der Gruppenleiter sollte auch in gewissen Abständen nach dem Befinden und Anwendungsproblemen fragen. Das ist wichtig, da dieses Thema für viele Kinder, und leider auch Erwachsene, ein recht peinliches ist. Wenn das Mädchen Probleme hat, besteht also die Gefahr, dass es damit nicht zum Gruppenleiter kommt.

...man vergessen hat, einem Kind sein Medikament zu geben?

In solchen Fällen sollte man zuerst die Packungsbeilage des Medikaments studieren. Dort ist meist das Verhalten für solche Fälle beschrieben, ob man das Medikament nachnehmen oder lieber wegfallen lassen sollte, oder ob man gar den Arzt besuchen muss. Ist es ein starkes Medikament, das das Kind unbedingt braucht oder findet man keine Packungsbeilage, sollte man die Eltern informieren. Auch wenn dies peinlich ist, sollte man sie um ihren Rat fragen. Sie kennen sich meist gut mit den Medikamenten ihrer Kinder aus. Ist dies nicht der Fall, muss man einen Arzt um Rat fragen.

Oft haben die Kinder aber eine solche Situation schon erlebt und wissen, wie man damit umgehen muss. Dennoch sollte man sich bei Medikamenten nicht immer auf das Wort der (besonders jüngeren) Kinder verlassen. Kontrolle ist hier besser als Vertrauen!

Ab sofort muss dann auch genau auf die Medikamenteneinnahme geachtet werden, damit so etwas nicht wieder passiert! Dies gilt auch, wenn man erfährt, dass ein Kind, das bisher selbständig die Medikamente eingenommen hat, diese vergaß. Man sollte das Kind dann ständig daran erinnern, nachfragen oder ggf. die Medikamente an sich nehmen. Dann händigt man dem Kind zu den entsprechenden Zeiten die Medizin aus und „überwacht” die Einnahme (Besonders wichtig bei Kindern, die sich gegen die Einnahme sträuben!).

...Kinder (mehrmals) erbrechen?

Zunächst sollte der Gruppenleiter das Kind beruhigen und - falls notwendig - das Erbrochene beseitigen, so unangenehm das auch sein mag. Es ist wichtig, dabei diskret vorzugehen, da es sonst schnell zu Panik und Schuldzuweisungen gegenüber dem erkrankten Kind kommt. Auch darf der Gruppenleiter dem Kind auf keinen Fall das Gefühl vermitteln, es sei das „Schwarze Schaf“.

Entscheidend für den weiteren Umgang mit dem Problem ist, dann die Ursache des Erbrechens zu ergründen. Am besten sucht man im Gespräch mit dem Kind danach. Ist das Problem psychisch bedingt, zum Beispiel durch Heimweh oder Streit mit anderen Kindern, kann man Versuchen, die Ursachen auszuräumen.

Problematischer ist es, wenn sich abzeichnet, dass das Erbrechen ansteckend ist. Der Gruppenleiter sollte darauf achten, dass Kuscheleinheiten unter den Kindern und gemeinsames Trinken aus der selben Flasche vermieden werden, um die Verbreitung der Krankheit einzudämmen. In einer solchen Situation ist die Motivation durch den Betreuer besonders wichtig, damit die Stimmung nicht gedrückt wird oder es sogar dazu kommt, dass Kinder aus Angst abreisen möchten. Die Gruppenleiter müssen in diesem Fall Ruhe bewahren und auch den Kindern eindeutig vermitteln, dass sie die Lage unter Kontrolle haben. Es ist außerdem wichtig, dass die anderen Kinder möglichst nichts davon mitbekommen und keine Gerüchte entstehen, da das nur unnötig die Stimmung drückt. Eventuell kann es auch nützlich sein, mit dem betroffenen Kind zu sprechen, damit es nicht überall von seinem Erbrechen redet. Erklärt man ihm die Gründe, kann das helfen, Panik zu vermeiden. Die Betreuer und der Teamleiter sollten informiert sein, um angemessen damit umzugehen und beispielsweise gezielt Gerüchten entgegenzuwirken.

Wenn der Gruppenleiter sich selbst anstecken sollte, ist es durchaus legitim, sich in Absprache mit dem Teamleiter eine Auszeit zu nehmen. Auf keinen Fall sollte der Gruppenleiter vor den Kindern brechen oder auf die Toilette rennen, da das unnötige Unruhe und Verunsicherung bewirkt. Es versteht sich von selbst, dass der Körperkontakt mit den Kindern in diesem Fall stark eingeschränkt werden sollte. So unangenehm der Umgang damit auch ist, ist Erbrechen doch kein ungewöhnliches Problem für ein Kinderferienlager.

Weitere Informationen zum krankhaften Erbrechen finden sich im Kapitel 5. Krankheiten.

...es zu Diebstahl kommt, oder welcher vermutet wird?

Jetzt ist eine behutsame Herangehensweise gefragt. Besonders, wenn nur der Verdacht besteht, dass gestohlen wurde, ist der Verdächtige solange unschuldig, bis seine Schuld bewiesen ist. Oftmals entstehen solche Verdächtigungen, wenn Geld oder Wertsachen „verschwunden“ sind und eine gewisse Abneigung gegenüber dem Verdächtigen besteht. Der Gruppenleiter sollte hier erstmal mit dem vermeintlich Bestohlenen auf die Suche nach den Wertsachen gehen. In 90 von 100 Fällen finden sich die Sachen wieder, nur selten wird wirklich geklaut. Der gute Ruf des Beschuldigten ist nach so einer Geschichte wieder durch den Gruppenleiter herzustellen. Finden sich die Sachen nicht wieder und der Verdacht stützt sich einzig auf die Beschuldigungen, ohne dass es dafür Zeugen oder richtige Beweise gibt, sind dem Gruppenleiter die Hände gebunden. Er kann nur darauf bauen, dass sich der Verdächtige unschuldig fühlt und seine Taschen unaufgefordert öffnet und den Inhalt vorzeigt. Tut er das nicht, ist der Gruppenleiter nicht berechtigt, die Taschen zu öffnen. Aber auch in diesem Fall gilt „im Zweifel für den Angeklagten“. Die Kinder sind zu belehren und es ist die Möglichkeit aufzuzeigen, Geld und Wertsachen abzugeben. Gibt es Zeugen für die Tat oder eindeutige Beweise (z.B. Beschuldigter läuft mit gestohlenem mp3-Player rum), sind die Eltern zu informieren und das Kind muss nach Hause. Aber auch hier darf der Gruppenleiter keine Taschen ohne Einwilligung des Kindes öffnen.

...Drogen und Alkohol zum Thema werden?

Drogen sind ein schwieriges Thema. Aber ihr seid schnell auf der sicheren Seite. Erstens habt ihr das Gesetz hinter euch und zweitens die Hausregeln. Sind die Kinder in den Belehrungen am Anfang des FL informiert worden, wie ihr das mit Zigaretten, Alkohol oder anderen Drogen handelt, sind sie gewarnt. Auch wenn sie zu Hause rauchen und trinken dürfen, habt ihr damit Regeln aufgestellt, die für sie bindend sind.

Klar sollte sein, dass Alkohol und Zigaretten (und natürlich alle anderen Drogen) für Kinder und Jugendliche unter 16 tabu sind. Diese Regel sollte auch strengstens eingehalten werden. Ihr müsst euch dazu auch überlegen, wie ihr mit Regelbrechern umgeht. Drogen sind meist ein berechtigter Grund, das Kind nach Hause zu schicken. Zeigt sich das Kind aber einsichtig und reuig, kann natürlich über das Bleiben verhandelt werden - aber nur, wenn es nicht wieder passiert. Das sollte dann natürlich auch durchgezogen werden. Das Problem damit ist nämlich, dass wir nicht wissen, ob die Eltern es wirklich erlaubt haben. Und Eltern können bei so etwas, verständlicherweise, doch sehr böse werden. Und, wie gesagt, selbst wenn sie es zu Hause erlauben: was für alle gilt, gilt für alle!

Ein Problem besteht aber häufig bei Heimkindern oder Jugendlichen über 16. Wenn die Betreuer es ausdrücklich (am besten schriftlich) erlauben, muss mit den Kindern eine Vereinbarung getroffen werden. Dann sollte Ort und Zeiten gefunden werden, an denen diese Kinder, ungesehen von den anderen, rauchen können. (Alkohol sollte trotzdem absolut verboten bleiben!) Dies sollte als Ausnahmeregel sichtbar gemacht werden, ggf. auch gegenüber anderen Kinder, die fragen.

Das bedeutet natürlich auch, dass Drogen für alle Betreuer in der Gegenwart von Kindern verboten sind. Durch den Vertrag mit dem DJH-Thüringen habt ihr unterschrieben, dass ihr euch an dieses Verbot haltet. Außerdem sollte es einfach eurer pädagogischen Überzeugung entsprechen, - so es unbedingt sein muss - sich eine Stelle und vor allem eine Zeit zu suchen, an der man ungesehen von den Kindern eine Zigarette rauchen kann. Das sollte aber niemals eure Arbeit beeinflussen. Zeiten müssen abgesprochen werden und können nicht mitten in Aktionen liegen, bei denen eure Anwesenheit nötig ist. Stellt euch darauf ein, eurer Sucht nur in den Pausen nachgehen zu können. Wollt ihr abends mit einem Glas Wein auf den Tag anstoßen, kann euch das niemand verwehren. Aber nur solange es verhältnismäßig bleibt. Saufgelage oder harter Alkohol, sind in einem FL nicht angebracht. Ihr solltet trotz des Alkohols aber immer möglichen notwendigen Aktionen mit den Kindern gewachsen sein. Sorgt auch dafür, dass die Kinder nichts von euren Feiern mitbekommen, damit sie dann zu Hause nicht erzählen, dass die Betreuer abends immer Wein getrunken haben. Selbst wenn jeder nur ein Glas getrunken hat, was die Kinder ja nicht wissen können, erzeugt das kein gutes Image.

...Bestrafungen notwendig werden?

Bestrafungen sollten immer sehr sparsam und nur im aller nötigsten Fall eingesetzt werden. Sie können zwar zu mehr Ruhe im Lager führen, aber auch den Spaß verderben. Körperliche Bestrafungen sind immer tabu: Weder Essensverbot, noch eine kalte Dusche, noch eine Runde um den Teich. Dies alles sind Körperverletzungen, die strafbar sind.
Die oberste Strafe, die Gruppenleiter in der Hand haben, ist das Nach-Hause-Schicken. Darunter liegen Dinge wie Nicht-Am-Spiel-Teilnehmen, Am-Betreuertisch-Essen, Sich-Vor-Der-Ganzen-Gruppe-Entschuldigen (Achtung damit, kann bösartige Folgen haben und muss sehr gut abgewogen werden), Früher-Ins-Bett, Gang-Fegen usw. Bestrafungen sollten generell tatangemessen sein, d.h. sie müssen immer die Schwere der Tat widerspiegeln. Ihr Einsatz sollte mit dem Teamleiter abgesprochen werden.

Bestrafungen können aber vermieden werden, wenn man die Gruppe als Freund führt und seine Enttäuschung über die Tat zu Ausdruck bringt. Dies hat meist einen größeren Effekt auf das Kind. Denn Bestrafungen sollen ja eine Lehre fürs Leben sein und keine Rache o.ä.

...sexuelle Kontakte unter Kindern entdeckt werden?

Ganz klar: Die Kinder sofort trennen und vereinzeln. Danach die Eltern anrufen und die beiden Kinder nach Hause schicken. Tut man das nicht, leistet man dem sexuellen Kontakt Vorschub und verschafft Gelegenheit dazu. Das kann mit Freiheitsstrafen bis zu 3 Jahren geahndet werden. (vgl. Rechtslage)

Soweit allerdings darf es erst gar nicht kommen. Solche Geschichten kündigen sich immer an, ein aufmerksamer Gruppenleiter merkt so etwas früh genug, um Regeln zu klären und zu belehren. Gegen harmlose Knutschereien hat niemand etwas, solange der Spielraum für Interpretationen anderer Kinder gering ist. Der Gruppenleiter sollte hier allerdings klar machen, dass die jeweils andere Gruppe nicht gestört werden darf und die ganze Sache nur solange geduldet wird, wie es keine Beeinträchtigung für das Lagergeschehen gibt. Die jeweiligen Gruppenleiter sollten auch im Gespräch darüber bleiben und auch den Teamleiter davon unterrichten.

...sexuelle Kontakte unter Betreuern bekannt werden?

Liebesbeziehungen unter Gruppenleitern sind ein wiederkehrendes Phänomen, oftmals ausgelöst durch das Gefühlskarussell, welches so machen Betreuer im Ferienlager mitreißt. Da Gruppenleiter grundsätzlich alt genug sind, gibt es hier von rechtlicher Seite kein Problem. Allerdings sollte der Teamleiter unterrichtet werden (so er es denn noch nicht selbst gemerkt hat).

Ganz klar ist: Die Arbeit im Lager darf nicht darunter leiden und Knutscherei und Kuschelei vor den Kindern sind untersagt. Die Kinder fühlen sich sonst sehr schnell wie ein Störfaktor und die Gruppenleitung rutscht unbemerkt in den Laissez-Faire-Stil. Gleiches gilt natürlich auch für Paare, die gemeinsam in ein Ferienlager reisen. Man sollte versuchen, dass die Kinder möglichst wenig davon mitbekommen.

...man nicht weiß, was die Schwimmstufen bedeuten?

0. Seepferdchen oder Freischwimmer (keine wirkliche Schwimmstufe - Achtung immer geboten!)

  • Sprung vom Beckenrand und 25 m Schwimmen
  • Heraufholen eines Gegenstandes mit den Händen aus schultertiefem Wasser

1. Jugendschwimmabzeichen Bronze

  • Sprung vom Beckenrand und mindestens 200 m Schwimmen in höchstens 15 Minuten
  • einmal ca. 2 m Tieftauchen von der Wasseroberfläche mit Heraufholen eines Gegenstandes
  • Sprung aus 1 m Höhe oder Startsprung
  • Kenntnis der Baderegeln

2. Jugendschwimmabzeichen Silber

  • Startsprung und mindestens 400 m Schwimmen in höchstens 25 Minuten, davon 300 m in Bauch- und 100 m in Rückenlage
  • zweimal ca. 2 m Tieftauchen von der Wasseroberfläche mit Heraufholen je eines Gegenstandes
  • 10 m Streckentauchen
  • Sprung aus 3 m Höhe
  • Kenntnis der Baderegeln und der Selbstrettung

3. Jugendschwimmabzeichen Gold (ab 9 Jahre)

  • 600 m Schwimmen in höchstens 24 Minuten
  • 50 m Brustschwimmen in höchstens 1:10 Minuten
  • 25 m Kraulschwimmen
  • 50 m Rückenschwimmen mit Grätschschwung ohne Armtätigkeit oder 50 m Rückenkraulschwimmen
  • 15 m Streckentauchen
  • Tieftauchen von der Wasseroberfläche mit Heraufholen von drei Tauchringen aus einer Wassertiefe von etwa 2 Metern innerhalb von 3 Minuten in höchstens 3 Tauchversuchen
  • Sprung aus 3 m Höhe oder zwei Sprünge aus 1 m Höhe
  • 50 m Transportschwimmen: Schieben oder Ziehen
  • Kenntnis der Baderegeln
  • Hilfe bei Bade-, Boots- und Eisunfällen (Selbst- und einfache Fremdrettung)

VonDLRG-Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V.

...Ärger im Elternhaus Thema wird?

Es passiert hin und wieder, dass Kinder erzählen, sie hätten zu Hause Probleme, würden geschlagen oder gar missbraucht. Hier muss ein Gruppenleiter sehr genau zuhören und unterscheiden, ob das Kind sowas erzählt, weil es den Tatsachen entspricht, oder weil es Aufmerksamkeit will. In der Regel erzählen missbrauchte Kinder solche Geschehnisse nicht weiter.

Scheint es der Wahrheit zu entsprechen, hat der Gruppenleiter zwei Möglichkeiten anzubieten. Er kann das Kind fragen, ob er ihm helfen soll oder nicht. Erst wenn das Kind die Hilfe will, darf der Gruppenleiter die Polizei verständigen. Ist diese erst einmal eingeschaltet, muss sie auch ermitteln, daher ist die Erlaubnis des Kindes unbedingt einzuholen, sonst macht man solche Sachen möglicherweise noch schlimmer.

So paradox das klingen mag, das gilt auch für Fälle von Missbrauch. Der Gruppenleiter ist kein Psychologe und sollte sich auch nicht so verhalten. Wenn das Kind keine Hilfe will, hat der Täter möglicherweise ein starkes Druckmittel in der Hand oder das Kind hat doch nur übertrieben.

Sind es einfachere Probleme, wie Ärger mit Geschwistern oder den Pflichten im Haushalt, darf man gern mit Rat zur Seite stehen und auch mal die eine oder andere Anekdote aus dem eigenen Leben erzählen. Aber auch hier sollte man daran denken, dass die Kinder wieder in ihr normales Leben zurückkehren müssen und ein Rat zum Aufruhr nicht unbedingt zielführend ist.

...Suizidgefahr besteht?

Falls der Gruppenleiter das Gefühl hat, ein Kind im Lager möchte sich das Leben nehmen, muss er sofort eingreifen. Es müssen sofort die Eltern informiert werden und die Heimreise veranlasst werden. Sollte der Selbstmord kurz bevorstehen, muss sofort ein Notruf abgesetzt werden. Suizid übersteigt in jedem Fall die Kompetenzen eines Betreuers.

Allerdings gibt es in den 15 Jahren, in denen es nun im DJH Ferienlager gibt, keinen dokumentierten Fall von Suizidgefahr oder einem Selbstmordversuch.

...ein Kind weg ist?

Das darf einfach nicht passieren! Ihr solltet bei allen Aktionen sicher stellen, dass eine solche Gefahr nicht besteht. Lauft Wege immer selbst ab und überzeugt euch davon, dass die Möglichkeit des Verlaufens ausgeschlossen ist. Bei besonders gefährdeten (weil z.B. unaufmerksamen) Kindern muss halt immer ein Betreuer in der Nähe sein.

Ist es doch passiert, erstmal keine Hektik. Als erstes genau umgucken, vielleicht ist das Kind ja nur kurz pullern im Wald und sofort wieder da. Taucht das Kind nach Rufen und ein wenig warten nicht auf, muss ein Betreuerteam loslaufen und suchen. Vorher sollten natürlich Informationen eingeholt werden, wo das Kind das letzte Mal gesehen wurde. Sprecht euch ab, wer wohin läuft und wann und wo ihr euch wieder trefft. Es müssen auch immer genügend Betreuer bei den Gruppe sein. Lasst also immer den Teamleiter entscheiden, wer suchen geht. (Wenn er in absehbarer Zeit erreichbar ist. Am besten sind dafür natürlich Handys.) Er trägt die Verantwortung. Rennt nie von euch aus los, ohne jemanden zu verständigen!

Bei den anderen Kindern darf keine Panik verbreitet werden. Auch wenn ihr Betreuer besorgt seid, muss gewährleistet werden, dass die anderen Kinder in Sicherheit sind und nicht auch noch verloren gehen können. Organisiert mit den restlichen Betreuern eine kleine Aktion, mit der die Kinder abgelenkt sind. Achtet dabei darauf, dass kein Kind abhaut oder sich ggf. selbst auf die Suche macht.

...man sich auf einer Wanderung verlaufen hat?

Auf jeden Fall Ruhe bewahren. Normalerweise sollte man, vor allem beim Wandern in unbekannten Landschaften, mindestens eine Karte dabei haben. So hilft nur, ein Pause einlegen und die Karte studieren, bis man wenigstens weiß, wo man sich befindet. Die Erfahrung sagt, dass es meistens mindestens zwei Wege gibt die zum Ziel führen.

Sollte man keine Karte dabei haben, kann die Herberge meistens auch weiterhelfen. Wenn gar nichts mehr nützt, muss man eben den gekommenen Weg wieder zurückgehen.

Allgemein sollte man die Kinder nicht darauf aufmerksam machen, dass man nicht weiter weiß, um Panik und Angstzustände zu vermeiden

...Kinder unterwegs nicht mehr laufen können?

Da gibt es zwei Lösungen: entweder man motiviert und überredet, zur Not den ganzen Weg lang. Oder man trägt oder zieht das Kind. Wobei letztere Lösung nicht sehr praktikabel ist und man bald alle Kinder an seinen zwei Händen haben kann. Wenn sich das Problem bei vielen Kindern einstellt oder es gar zu schlimm wird, sollte man eine gemeinsame Pause einlegen. Die sollte dann aber nicht zu lang ausfallen, da man die Kinder sonst gar nicht mehr los bekommt. Man muss aber darauf achten, dass die ganze Gruppe zusammen bleibt und jeder davon weiß. Gruppenleiter sollten die Kraft von Kindern aber nicht unterschätzen. Oft beginnen Kinder schon sehr früh mit jammern, obwohl sie noch sehr viel Energie haben. Als Gruppenleiter kann man für solche Fälle vorbeugen, indem man immer etwas mehr zu trinken dabei hat. Aber Kinder müssen auch lernen, für sich selbst zu sorgen. Deshalb sollte man sie mit so etwas nicht verwöhnen.

Einen Bus holen oder irgendwelche anderen Alternativen sollte man wirklich nur im äußersten Notfall andenken, z.B. wenn es stark anfängt zu regnen oder man arge Zeitprobleme hat. Sie sind meist viel zu kostspielig und bringen riesige Probleme für Herberge und Teamleiter mit sich.

...die Motivation am Boden ist?

Ein Motivationstief kann immer mal passieren und ist bei niemandem auszuschließen.

Ich denke die Ursache hier lässt sich groß teils auf Überarbeitung und Müdigkeit zurückführen. Es hilft also, einmal eine Stunde auszuspannen und sich in der Mittagspause eine Stunde hin zulegen und zu schlafen.

Sollte man besonders durch andere Personen demotiviert sein, sollte man sie (vor allem bei Gruppenleitern und größeren Kindern) darauf aufmerksam machen und am besten gemeinsam nach einer Lösung suchen. Bei kleineren Kindern ist dies schwierig, jedoch können auch hier Gruppenleiter mit mehr Erfahrung sehr hilfreich sein und Ratschläge geben.

...man am Ende seiner Kräfte ist?

Dies ist keine Seltenheit, weder bei Kindern, noch bei den Gruppenleitern. Beide Parteien kommen häufig von einem stressigen Alltag ins Ferienlager und schaffen es nur schwer sofort umzuschalten. Die oft auch nicht realisierte Umstellung auf körperliche Bewegung, das Wandern und die vielen Spiele wird oft unterschätzt. (Dazu zählen auch lange „Quatsch-Nächte” im Kreise der Betreuer ;-))

In diesem Fall ist es völlig legitim, sich nach vorheriger Absprache mit dem Teamleiter und einem „vertretenden” Gruppenleiter eine Auszeit zu nehmen um sich ein paar Stunden schlafen zu legen. In keinem Fall sollte versucht werden, sowohl Kinder als auch Gruppenleiter „krampfhaft” auf den Beinen zu halten, sich womöglich noch an Energiedrinks hochzuziehen. Meist reichen ein paar Stunden Ruhe aus, um den restlichen Tag wieder fit zu sein. Sollte man als Gruppenleiter jedoch merken, dass man „Quatsch-Nächte” nicht durchsteht ohne am nächsten Tag eine Pause zu brauchen, sollte man von ihnen Abstand nehmen.

Noch ein Tipp: Ohropax helfen bei schnarchenden Zimmergenossen, auch dies kann den nächtlichen Schlaf stören und zur totalen Erschöpfung führen. Allerdings muss man sich dann im Klaren sein, dass man die Kinder eventuell nicht hört, wenn nachts etwas passiert.

...eine Brille kaputt ist?

Brillen sind meist relativ teuer, so dass Eltern auf jeden Fall informiert werden müssen. Brillen sind auch problematisch, weil auf die Schnelle kein Ersatz herbeigeschafft werden kann. Sieht das Kind auch ohne Brille genügend gut, sollte das Lager dadurch nicht sehr beeinträchtigt werden. Je stärker die Brille, desto schwieriger wird das Lager für das Kind mit der kaputten Brille.

Gibt es zu Hause eine Ersatzbrille sollte diese, soweit möglich, herbei gebracht werden. Andernfalls sollte das weitere Vorgehen auf jeden Fall mit Eltern und Kind geklärt werden.

...die Ordnung und Hygiene im Zimmer verloren sind?

Hygiene und Ordnung sind generell zwei verschiedene Sachen, besonders im Ferienlager. Bei vielen Kindern in einem Zimmer ist es aus der Natur der Dinge unmöglich, richtig Ordnung zu halten, Hygiene jedoch schon. Als Faustregel kann man sagen: Solange es nicht stinkt oder klebt, ist es noch vertretbar.

Natürlich sollte man als Gruppenleiter auf Ordnung und vor allem Hygiene achten, das ist aber oft leichter gesagt als getan, schließlich gibt es Beschränkungen der Schrankkapazitäten und der Zimmergröße, außerdem sind die Kinder „im Urlaub“. Prinzipiell kann aber immer auch zum Aufräumen gedrängt werden, was mit ein bisschen Überredungskunst auch gut funktioniert. Wird es zu unordentlich und die Kinder kommen nicht mehr selbst klar, kann der Gruppenleiter die Kinder des Zimmers zusammenrufen und „Sachen versteigern“: Also alle Sachen, die so herumliegen auf einen großen Haufen in der Mitte, dann jedes Teil hoch heben und nach dem Besitzer fragen. Was keinem gehören will, kommt auf einen Müllstapel. Das allermeiste findet so seinen Besitzer wieder. Danach muss die Gruppe noch fegen und die Sache ist erledigt, mindestens für zwei Tage.

Man kann aber insgesamt für die Ordnung im Lager was tun, indem man das ordentlichste Zimmer ehrt und das schlechteste „bestraft“. Hierzu ist ein Zimmerplan ganz nützlich, auf dem jeden Tag mit Bildchen die Ordnung bewertet wird.

...andere Gäste sich gestört fühlen?

Leider ein häufiges Phänomen sind andere Gäste, die sich vom Ferienlager gestört fühlen. Hier muss man etwas kompromissbereit sein.

Ganz klar: Die Kinder haben Ferien und sollen ruhig auch mal tun, was sie sonst nicht dürfen. Aber trotzdem bezahlen andere Gäste auch Geld und können auf Einhaltung der Hausordnung bestehen.

Am besten immer gleich mit neuen Gästen reden, über das Programm informieren und um Verständnis bitten. Steht z.B. Abends eine Disco an, so sollte man anderen Gästen bescheid geben, wie lange diese geplant ist. Am besten lädt man gleich noch die Kinder anderer Gäste mit zur Disco ein, das nimmt viel Agression auf und zwei Kinder mehr stören in einer Disco wirklich nicht.

Auch die Nachtruhe ist ein wenig heikel. Besonders am Anfang des Lagers, wenn die Kinder noch ausgeruht sind, ist eine Nachtruhe um 22:00 Uhr illusorisch. Auch hier gilt wieder: Kommunikation und Transparenz hilft.

Sollte es doch passieren, dass sich ein Gast gestört fühlt und möglicherweise in ein Kinderzimmer geht, um für Ruhe zu sorgen, so seid ihr als Gruppenleiter in der Nothilfepflicht, da der Gast möglicherweise eine Bedrohung darstellt. Holt den Gast freundlich aber bestimmt aus dem Zimmer und macht klar, dass er in den Zimmern nichts verloren hat. Versprecht ihm, dass ihr euch darum kümmert und macht nochmals auf die besondere Situation aufmerksam. Das alles sehr freundlich und ohne ausfallend oder gar handgreiflich zu werden.

Seid ihr freundlich und entwaffnend genug, wird es damit gut sein. Kümmert euch um etwas mehr Ruhe im Zimmer und zeigt etwas mehr Präsenz auf dem Gang. Sollte sich der Gast nicht beruhigen lassen wird das mit Sicherheit eine Beschwerde nach sich ziehen, zu der ihr nach dem Lager schriftlich Stellung beziehen müsst.

In jedem Fall solltet ihr am nächsten Morgen mit der Herberge und dem Träger sprechen. Habt ihr das Gefühl, dass es in der nächsten Nacht wieder zu solchen Problemen kommen wird, fragt die Herberge nach einer Lösung. Möglicherweise kann der Gast ein neues Zimmer bekommen, womit alle Seiten meist glücklicher sind.

Punkte, die noch bearbeitet werden können:

FIXME

  • ...Kind unselbständig ist und alle Aufmerksamkeit braucht
  • ...rassistische Äußerungen aufkommen?
  • Giftige Pflanzen
  • Verhalten bei Bränden
  • Mobbing
  • Autoritätsprobleme
  • Liebeskummer
  • Schlägerei
  • Karte- und Kompasserklärungen
  • Streit unter Gruppen
  • Trinkprobleme
  • Rituale beim Essen
  • Gruselstories
  • Keine ausreichende Kleidung
 
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