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Kennenlernspiele

Ein paar Worte vorweg: Kennenlernspiele sollen es einer Gruppe ermöglichen, Barrieren zu überwinden und miteinander warm zu werden. Auch Namen und Eigenschaften kann man auf diese Weise erfahren. Natürlich kann damit auch ein Zusammenhalt geschaffen werden und damit wird wiederum der Gruppenprozess unterstützt werden.

Aber Vorsicht: Nicht jedes Spiel eignet sich zum Kennenlernen. Da sich die Kinder prinzipbedingt noch in der Phase 1 des Gruppenprozesses befinden sollte man einige Fehler vermeiden.

Kennenlernspiele sollten die Kinder nicht allzusehr auf Tuchfühlung schicken. Viel Körperkontakt schreckt einige Kinder sofort ab. Auch Spiele, bei denen sich die Kinder darstellen müssen oder „durch den Kakao gezogen werden” sind nicht gut geeignet. Also Finger weg von Spielen, bei denen schwere Rätsel von einzelnen vor allen Kindern zu lösen sind und dergleichen.

Gleiches gilt für Spiele, bei denen man leicht ausscheidet oder bei denen ein starker Wettbewerb entsteht. Solche sind eher ein Killer für den Gruppenprozess.

Bei all diesen Warnungen darf man den Mut nicht verlieren und einfach daran denken: Die Kinder wie auch die Betreuer müssen dabei Spaß haben. Wenn man sich das im Hinterkopf behält und mit einem gesunden Menschenverstand die Spiele auswählt, kann gar nichts passieren.

Es eignen sich übrigens auch sehr viele Stuhlkreisspiele zum Kennenlernen.

Lebendige Statistik

Das Betreuerteam/der Betreuer nennt Kriterien, nach denen sich die Kinder im Raum ordnen sollen. Diese Kriterien können z.B. sein: Alter, Geburtsmonat, Name, Geschwister, Anzahl der Ferienlager.... der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Es ist besonders schön, wenn man dieses Spiel während eines kleinen Spaziergangs auf einem umgefallenen Baumstamm spielt. Die Kinder müssen sich dann den Kriterien entsprechend aufreihen ohne vom Baumstamm zu fallen. Dadurch müssen sie aneinander vorbei kommen, was zwangsläufig zu gewisser Tuchfühlung führt.

Das Spiel führt so zum Verlust von Berührungsangst und außerdem zum besseren Kennlernen der Kinder untereinander.

Spielt man das Spiel in einem Raum und wählt die Ecken als Aufstellungsorte, kann man es auch zum Aufteilen in bestimmte Gruppen nutzen, z.B. vor einem Spiel.

Wollknäuel

Die Kinder stehen im Kreis, der Spielleiter hat ein Wollknäuel in der Hand und beginnt sich vorzustellen. Hat er das vollendet, hält er das Ende des Fadens fest und wift einem anderen Kind das Wollknäuel zu, welches sich wieder vorstellt. Das Ergebnis ist ein Spinnennetz. Dieses Spiel kann man fortsetzen, indem der Spielleiter etwas fragt, was er von allen Kindern wissen will (z.B. Lieblingsessen und Schuhgröße). Derjenige, der das Knäuel zuletzt bekam, gibt diese Informationen und wirft dem vorletzten das Knäuel zu. Jetzt muss das Wollknäuel wieder aufgewickelt und dabei erzählt werden.

Kreisjonglieren

Alle Kinder stehen im Kreis, der Spielleiter hat einen Ball. Er wirft den Ball an ein Kind, dessen Namen er ruft. Dieses wirft den Ball weiter zu einem anderen Kind und ruft dessen Namen. Wichtig ist, dass sich die Kinder merken, von wem der Ball kam und an wen sie ihn geworfen haben.

Ist der Ball bei allen Kindern gewesen, wirft der Spielleiter den Ball erneut, er muss jetzt die gleiche Runde machen. Nun kann der Spielleiter beliebig weitere Bälle in die Runde schicken, auch in umgekehrter Reihenfolge. Die Kinder müssen sich dabei konzentrieren.

Dieses Spiel eignet sich gut zum Einstieg, da die Regeln einfach sind und sich keiner blamieren kann.

Paar-Malen

Die Kinder finden sich in Paaren zusammen, jedes Paar erhält einen Zettel und einen Stift. Die Kinder sitzen sich jeweils gegenüber und fassen beide den Stift gemeinsam an. Nun sollen sie irgendetwas malen und ihre Namen drunter schreiben. Damit kommt man schnell ins Gespräch und verliert die Berührungsängste. Dieses kleine Spiel kann man auch mit mehr als 2 Kindern spielen, dann allerdings nicht mehr zum Kennenlernen.

Lieblingstiere

Die Kinder stehen oder sitzen im Kreis, der Spielleiter beginnt und sagt seinen Namen und sein Lieblingstier, welches mit dem Anfangsbuchstaben seines Vornamen beginnt. Danach ist der nächste dran und sagt seinen Namen und sein Lieblingstier. Man kann auch Lieblingsband, Lieblingslied oder gar eine typische Eigenschaft einsetzen. Noch besser zum Namenlernen ist die Variante des Spieles, bei der das ganze á la „Kofferpacken” abläuft und der zweite den Namen und das Tier des ersten wiederholen muss.

Etwas mehr Bewegung kommt herein, wenn man dazu noch „typische” Handbewegungen oder Gesten vormachen lässt.

Kleb mich

Für dieses Spiel braucht man Kreppband. Jedes Kind schreibt seinen Namen auf ein Stück Kreppband und klebt es in der Mitte auf den Fußboden. Ein Kind versucht nun, ein Namensschild richtig zuzuordnen, indem es ein Kreppband dem Richtigen anpappt. Ist das richtig, darf der Beklebte den nächsten Namen zuordnen, ist es falsch muss der erste weiterüberlegen.

Der große Knoten - Gordischer Knoten

Die Kinder stehen im Kreis, strecken die Arme aus und schließen die Augen. Jetzt gehen alle Kinder vorsichtig in die Kreismitte und fassen die ersten zwei Hände, die sie erreichen. Jede Hand darf nur von einer anderen angefasst werden. Danach werden die Augen geöffnet und die Gruppe muss versuchen, sich zu entfitzen ohne die Hände los zu lassen. Dabei ist Koordination, Kommunikation und Geduld gefragt.

Knie oder Stuhl

Die Kinder stehen eng in einem Kreis. Jetzt drehen sich alle nach links und rücken so nah aufeinander, wie es geht. Auf ein Zeichen setzen sich alle gaaaaaaaanz laaaaaaangsaaaaaaam hin, auf die Knie des Hintermannes.

Eigenschaften

Man braucht für jedes Kind einen Stift und einen Zettel, auf dem 5 Merkmale stehen, wie: Lieblingsfarbe, Lieblingsessen, Lieblingstier, Lieblingshobby und eine Besonderheit. Nachdem jedes Kind seinen Zettel ausgefüllt hat, werden die Zettel zusammengefaltet und in einen Hut gelegt. Nun muß jedes Kind einen Zettel ziehen und das Kind, das durch diesen Zettel näher beschrieben wird wiederfinden. Der Vorteil des Spieles ist nicht nur, dass die Kinder die Namen oder die Eigenschaften der anderen kennenlernen, sondern daß sie ihre Berührungsängste abbauen, denn sie müssen ja eine Menge Kinder z.B. nach dem Lieblingstier fragen und so letztlich das betreffende Kind finden.

Tic Tac

Die Mitspieler sitzen in einem Kreis auf Stühlen. Ein Stuhl weniger als Teilnehmer. Eine Person steht in der Mitte vom Kreis. Diese Person gibt die Komandos an einzelne Kinder. Bei Tic nennt man den Namen der Person die links von einem sitzt, bei Tac den Namen der Person rechts von einem. Sagt die Person in der Mitte Tic Tac sucht sich jeder so schnell wie möglich einen neuen Platz. Auch die Peron in der Mitte versucht einen zu bekommen. Die Person die keinen Platz bekommt muss als nächstes in die Mitte und gibt nun die Komandos. Ein Tic Tac darf immer erst nach mindestens 5 einzelnen Tics und Tacs gesagt werden. Wenn eine Person einen falschen Namen sagt geht diese in die Mitte und gibt die Kommandos.

Dieses Spiel wurde von Sandra auf Ferienlagerkult.de zur Verfügung gestellt.

Sendemast

Dies ist ein Spiel, bei dem man keine weiteren Materialien braucht. Hierbei stellen sich alle Kinder im Kreis auf. Danach sagt jedes Kind seinen Namen und jeder sollte versuchen sich so viele Namen wie möglich zu merken. Danach nehmen die Spielteilnehmer die Hände an den Kopf (Daumen an den Kopf, Restliche 4 Finger still). Nun beginnt der Spielleiter und wackelt mit den 4 Fingern und sagt: “Sendemast sendet Signal an ...(Name eines Mitspielers)”. Der “Angesendete” fängt nun an mit den Fingern zu wackeln und sendet nun sein Signal an einen Mitspieler und immer so weiter. Falls jemand nicht reagiert wenn er angesendet wurde, so scheidet dieser eine Runde aus. Wichtig ist aufzupassen, dass ein Mitspieler nicht immer an die selbe Person sendet!

Radar

Bei diesem Spiel wird ein Teilnehemer entweder nach draußen geschickt, oder aber so hingestellt, dass er nichts hört. Die anderen suchen sich jetzt einen Gegenstand aus (zum Beispiel eine Mülltonne). Nun wird der andere Teilnehmer hinzugeholt und dieser muss den Gegenstand (in diesem Fall die Mülltonne) ausfindig machen. Da er aber nicht weiß was er finden soll, müssen die anderen Teilnehmer ihm das “funken”. Dazu summen alle Teilnehmer und wenn der Suchende dem Gegenstand näher kommt, so summen die anderen lauter, und wen er sich entfernt summen sie leiser. Wenn der Suchende den Gegenstand gefunden hat, ist der nächste dran, usw. Wenn alle das Spiel verstanden haben, kann man es noch steigern. Hierfür wird sich nun noch eine auszuführende Aktion ausgedacht (z.B. den Dekel der Mülltonne anheben). Der Spieleverlauf ist dann wieder der gleiche.

 
leitfaden/6.1_kennenlernspiele.txt · Zuletzt geändert: 05.08.2009 21:17 von gesine [Letzte Änderungen]
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